Laudatio 16. November 2015,

Vernissage zur Ausstellung von 
Daniela Stöckli-Kolly und Marlies Urben-Vermaeten

Dr. Fausto Sergej Sommer

Eine Laudatio ist eine Lobesrede. Es gibt tatsächlich viel zu loben an den beiden Künstlerinnen Daniela Stöckli-Kolly und Marlies Urben-Vermaeten, sei dies auf der persönlichen oder auf der künstlerischen Ebene. Zuerst möchte ich ihren unbändigen Willen unterstreichen, ihrem Schaffensdrang Ausdruck zu geben und die Hindernisse, die sich in den Weg stellen, zu entfernen. Immer wieder machen sie sich unermüdlich auf den Weg Neues zu kreieren, ihrem inneren Drang zu folgen und zu erschaffen, was vorher noch nicht das Licht der Welt erblickt hatte. Dabei verfolgen sie beide nicht nur einen Weg sondern mehrere, wie in dieser Ausstellung eindrücklich demonstriert wird. Auch bleiben die Schaffensorte nicht immer gleich, so kommt es, dass ihr kreatives Schaffen immer im Fluss bleibt und der tödlichen Stagnation entgeht. Gerade das Suchen ist einer jener Charakteren, welche gute Künstler ausmachen, denn das Suchen weist auf einen neugierigen Geist hin, ein forschendes Bewusstsein und eine sich in Frage stellende Kreativität. Klar muss dann auch noch Wissen und Talent dazukommen. Von diesen Letzteren sowie dem Vorherigen ist hier viel zu entdecken.
Was beide vereint, trennt sie auch. Der Schaffensdrang, und das gemeinsame Agieren, haben auch dazu geführt, unterschiedliche Wege des Ausdrucks zu finden. So hat die eine einen eher konkreten Ausdrucksstil gefunden und die andere einen eher abstrahierenden. Die eine fand ihre Farbpalette in feinen, sanften Nuancen und restriktiver Farbauswahl, die andere in eher kräftigen, oft leuchtenden Farbklängen und Kontrasten, welche das Auge herausfordern. Die eine streichelt die Sinne sanft, die andere rüttelt und fordert sie. Ich hatte das Glück, beide eine lange Zeit auf ihrem Schaffensweg zu begleiten und zu erleben, wie sich aus ihrem Inneren immer wieder neue Welten erheben. Das Suchen nach Echtheit und nach innerer Schönheit drängt beide in das unbändige Schaffen, welches nach vorne schaut und nicht nach hinten, welches dem Lebendigen zuströmt und nicht am Gewesenen haften bleibt. Da ist eine konstante Auseinandersetzung im Gange, die sich als Nichtsichtbares in den Werken versteckt und durch die Werke spürbar ist. Seit also achtsam, wenn ihr die Werke betrachtet, denn da könnte etwas überspringen. Das Nichtsichtbare ist jenes, welches das Innere mit dem Äusseren verbindet. Es ist sozusagen der Kleber, an dem ein Betrachter hängen bleibt, wenn er in Resonanz zum Werke tritt. So hoffen die Künstlerinnen natürlich, dass ihr oft kleben bleibt an einzelnen Werken, verweilt, und das eine oder andere mitnehmt. (Zusammenfassung: G. Schmid)