Der diesjährige Tagesmarsch nach Mariastein an die französische Grenze verzeichnete erneut einen Teilnehmerrekord. Obwohl die Wetterprognosen alles andere als gut waren, brachen gegen 70 gutgelaunte und erwartungsfrohe Wanderer aus Egerkingen, Kappel,  Olten sowie aus fast allen Gäuer Gemeinden, darunter fünf Kinder bzw. Jugendliche zur sehr frühen Stunde zur herausfordernden Tagestour zum solothurnischen Wallfahrtsort auf. Dies mit der Vorgabe, bis zum Abend eine über alle sieben Juraketten führende und insgesamt 4000 Höhenmeter aufweisende Strecke in Angriff zu nehmen. Die hoch motivierten Teilnehmer liessen sich auch durch den bald einsetzenden und in Intervallen bis zum Zielort immer wieder fallenden Regen und die Nässe nicht beeinträchtigen. So war man nach dem Moto unterwegs: Es gibt kein schlechtes Wetter – nur schlechte Kleidung!

Nach Bewältigung des ersten Drittels der Strecke über den Sammelpunkt in Langenbruck zum Helfenberg und Hauberg durften die Teilnehmer im Berggasthof „Hintere Wasserfallen“, dessen Besitzerin das Restaurant für unsere Gruppe freundlicherweise früher als normal öffnete, ihren wohltuenden Morgenkaffee und die speziell zubereiteten Mandelgipfel geniessen. Leider verhinderte die Wolkendecke den sonst bei diesem Aufstieg zu beobachtenden Sonnenaufgang. Frisch gestärkt ging es dann via Hof „Bürten“ über die Ulmethöhe und die Nunnigerberge durch das Ibachtäli, flankiert durch die imposante Ruine Gilgenberg weiter nach Zullwil. Dort fanden sich die Teilnehmer im gleichnamigen Restaurant in entspannter Atmosphäre zum wohlverdienten Mittagessen ein.

Auf der nachmittäglichen zweiten, zunächst nur flachen Strecke erwarteten die Wanderer im Kaltbrunnertal wiederum äusserst reizvolle und liebliche Landschaften mit zahlreichen Passagen wie aus dem Bilderbuch in einer Natur, die bewusst weitgehend sich selbst überlassen wird. Nach Ueberquerung der Birs in Zwingen stand zum Abschluss und Höhepunkt bei nun strömendem Regen und einsetzenden Windböen der Höhepunkt der grossen Tour an. Dabei galt es, nach bereits 40 absolvierten Laufkilometern die Blauenkette zu bewältigen. Der lange, ja fast endlos erscheinende Aufstieg durch das Dörfchen Blauen zum sogenannten „Metzerlenkreuz“ zehrte zwar an den vorhandenen Kräften. Da jedoch mit jedem Schritt der Zielort Mariastein näher rückte, blieben aber Moral und Durchhaltewillen eines jeden Einzelnen intakt. Der Einzug ins Dörfchen Mariastein mit seiner dominanten und prächtigen Klosterkirche gestaltete sich schliesslich unter der jetzt zur Tatsache gewordenen Gewissheit „es geschafft zu haben“ für jeden zu einem eindrucksvollen, persönlichen Erlebnis.

Gemütlich, entspannt und gelöst trafen sich die Teilnehmer nach Besuch der Wallfahrtskirche mit der Gnadenkappelle zum gemeinsam Nachtessen im Restaurant „Post“. Dabei liess es sich der Abt des Klosters Mariastein, Peter von Sury, nicht nehmen, die Wanderer vom Jurasüdfuss kurz zu besuchen und ihnen zur vollbrachten Leistung zu gratulieren. Hochzufrieden, glücklich, gelöst, wohlverpflegt und mit berechtigtem Stolz über ihren in der rund zehn- bis elfstündigen effektiven Marschzeit bewiesenen, ausserordentlichen Durchhaltewillen trat die gutgelaunte Marschtruppe mit den bestellten zwei Reisecars beim Einnachten die Rückreise ins Gäu an.

 Bruno von Arx