Der diesjährige Tagesausflug vom 4. Sept. stand unter dem Motto “Lenzburg und Seetal“.

Unser Chauffeur Markus Friker sammelte die angemeldeten Veteranen und ihre Frauen mit einem Bus der Goldstern-Reisen AG ab Hägendorf bis Däniken ein. Weil 55 Personen teilnahmen, musste Peter Hee mit seinem Wagen noch fahren.

Rechtzeitig trafen wir auf dem Gertrud Villiger Platz in Lenzburg ein, wo uns nach einem Gruppenfoto die drei charmanten Stadthostessen Esther, Jacqueline und Sabine in Empfang nahmen.

Lenzburg hat eine interessante Geschichte hinter sich, von der heute noch einige Zeugen zu sehen sind. Die ältesten Funde stammen aus der Zeit von über 3000 Jahren v. Chr..

Im 1. Jahrhundert n. Chr. wurde auf der Hochterrasse des Lindfeldes von den Römern eine grosse Siedlung mit einem Amphitheater mit 4000 Plätzen erbaut. Das Schloss Lenzburg wurde im 1036 erstmals als Stammsitz der Grafen von Lenzburg erwähnt.

1173 geht die Burg an Kaiser Barbarossa des römisch-deutschen Reiches, später treten die Kyburger und Habsburger als Schlossherren auf.

1230 Gründung der städtischen Marktsiedlung durch die Kyburger.

Am 20. August 1306 wurde Lenzburg das Stadtrecht verliehen durch den Herzog Friedrich der Schöne aus dem Geschlecht Habsburg.

1375 Einfall der Gugler. Der Herzog befahl, die Mauern abzureissen und die die Wohnstätten durch Feuer zu zerstören. Nach Abzug der Gugler wurde die Stadt mit Hilfe der Österreicher wieder aufgebaut.

1433 kam das Schloss für die Dauer von 354 Jahren in den Besitz der Berner. Während der bernischen Herrschaft residierten auf der Lenzburg 71 Landvögte.

1491 vernichtete eine Feuersbrunst bis auf 15 Häuser die ganze Stadt. Wiederaufbau unter Mithilfe Berns.

1683 Beginn der Industrialisierung. 1803 wurde Lenzburg Bezirkshauptort.

1820 Die Firma Hünerwadel betrieb eine bedeutende Baumwoll-Spinnerei und –Weberei.

1877 Eröffnung der Nationalbahn West von Winterthur nach Zofingen und 1883 Eröffnung der Seetalbahn Emmenbrücke-Lenzburg.

1886 Gründung der Konservenfabrik HERO durch die Herren Gustav Henkell und Gustav Zeiler

1956 Der Kanton Aargau und die Stadt Lenzburg erwerben das Schloss.

An der Promenade und am Graben sind die letzten Stadtmauerstücke zu sehen. Die Altstadt weist einen hufeisenförmigen Grundriss auf mit der breiten Rathausgasse und je einer parallelen Nebengasse im Süden und Norden sowie der am unteren Ende quer verlaufenden Kirchgasse.

Die aus dem 15. Jh. stammende Stadtkirche wurde 1667 zu einer Saalkirche ausgebaut und besitzt eine Rokoko-Stuckdecke.

1760-63 Einbau der Orgel von Johann Speisegger im Rokokostil. 1973 wurde eine neue Orgel

(45 Register) im Rokokostil eingebaut.

Das Hünerwadelhaus wurde 1759/60 für Markus Hünerwadel als Handelshaus gebaut.

Die Stadtbibliothek, das ehemalige Armen- und Alten-Spital wurde 1792 in einem Übergangsstil zwischen Barock und Klassizismus umgebaut.

Das keineswegs hystorische Stadttor “der Durchbruch“ wurde 1911 für den Festumzug des Kantonalen Schützenfestes vom Bahnhof auf die Schützenmatte aus einer gewöhnlichen Liegenschaft ausgebrochen.

Vor hundert Jahren wurden die Tore und Türen für die Schützen noch geöffnet– heute?

Das Rathaus entstand in zwei Etappen und erhielt in der Mitte einen Uhrenturm.

Das ehemalige Amtshaus ist ein spätklassizistischer Bau (1845) mit zwei donischen Säulen.

Der Chlausbrunnen ist der älteste erhaltene Brunnen und steht auf dem Metzgplatz.

Der Alte Gemeindesaal wurde 1983/84 restauriert und die Arkaden im Erdgeschoss geöffnet.

Die malerische Altstadt mit ihren Gassen, Plätzen und Brunnen hat ihren Charakter als Wohn-, Einkaufs- und Dienstleistungszentrum bewahrt und zeigte sich sehr belebt.

Die Stadthostessen haben es verstanden, uns das Städtchen Lenzburg und seine Geschichte näherzubringen.

Nach der interessanten Stadtführung ging die Fahrt weiter in das Seetal zum Restaurant Eichberg, 600 m ü.M., oberhalb Seengen. Dort genossen wir das leckere Mittagessen mit einem oder zwei Glas Brestenberger.

Während des Mittagessens verzog sich der Hochnebel. Auf dem Verdauungsspaziergang zeigte sich der Hallwilersee, das Seetal wie aus dem Bilderbuch.

Das dritte Ziel unsere Ausfluges war Meisterschwanden, wo wir beim Hotel Delphin das Schiff für eine Hallwilersee-Rundfahrt bestiegen. Während der Seerundfahrt wurde uns das Dessert mit Schwarzwälder- oder Ananas Royal-Torte mit Kaffee serviert. Wir erfreuten uns an der schönen Landschaft rund um den See.

Für die Heimfahrt wählte unser Chauffeur Markus die Route Richtung Römerswil mit schöner Aussicht auf den Baldeggersee, über Herlisberg nach Beromünster, von dort durch das Ruedertal nach Schöftland-Kölliken und schlussendlich zurück zu den Einsteigeorten. Auf dieser eindrücklichen Fahrt bestaunten wir die herrliche Landschaft, schöne, mit Blumen geschmückte Häuser und gepflegte Gärten.

Alle Teilnehmer zeigten sich erfreut über den gelungenen Tagesausflug. (H.F.)