Am Mittwoch, 21. November feierte das Mobilitätsprogramm so!mobil in Olten sein 10-jähriges Jubiläum unter dem Motto «Mobilität von heute und morgen - Chancen und Herausforderungen».

Zum Auftakt der Feier rüttelte Referent Heinz Vögeli von der Denkfabrik Mobilität die Gäste mit einem spannenden, manchmal provozierenden Referat zu den Chancen der Mobilität auf. Mit viel Humor zeigte er, in welche Richtung die Zukunft der Mobilität weist. Laut Vögeli stehen wir am Anfang der vierten industriellen Revolution, eingeläutet durch neue Kommunikationsmittel, neue Energien und neue Formen der Mobilität. Megatrends wie Urbanisierung, Sharing Economy, Autonomes Fahren und das Kredo «always on and connected» beeinflussen unsere Mobilität.

Mobilität bedeutet, ans Ziel zu kommen. Wie, womit und wie schnell wir das Ziel erreichen, ist aber nicht nur von der Infrastruktur abhängig, sondern auch von den Bedürfnissen der Menschen, psychologischen Faktoren, Gewohnheiten, manchmal irrationalen Entscheidungen und nicht zuletzt vermehrt von digitalen Plattformen und der dazugehörigen Software.

Müssen wir uns also vermehrt von der Hardware auf die Software konzentrieren? Wie können wir einen intelligenteren Umgang mit den vorhandenen Kapazitäten der Infrastruktur erreichen? Die heutige Verkehrswelt ist geprägt von einer unglaublichen Verschwendung. 70 Prozent der öV-Leistung ist ungenutzt, Autos stehen 23 Stunden am Tag und Taxihalter klagen über 70 Prozent Standzeiten. Der Vorschlag lautet: Vernetzen, teilen, individuell gestalten, vom Kursbuch zur Mobilitätsapp. Da stellen sich aber auch neue Herausforderungen, wie die Fragen: Wem gehören die Daten, die unsere mobilen Geräte generieren? Könnte man diese nicht für eine moderne Stadt- und Raumplanung nutzen?

Diese und andere Fragen diskutierten auf dem anschliessenden Podium die Stadt- und Gemeindepräsidenten François Scheidegger, Fabian Gloor, Martin Wey, Kurt Fluri, Stefan Hug sowie Kantonsingenieur Peter Heiniger und Referent Heinz Vögeli unter der Leitung von Moderator Dagobert Cahannes. Vom verstärkten Datenschutz versus Nutzung der Daten, über die manchmal innovationsfeindlichen Prozesse der Demokratie, trotzdem wachsenden Innovations-Pflänzchen, die Wasser und Dünger brauchen, bis hin zu geplanten Infrastrukturprojekten wurde angeregt debattiert.

Auch Regierungsrat Roland Fürst verfolgte die Diskussion mit Interesse. Er überbrachte die Grussworte der Regierung und würdigte das Programm so!mobil als wertvolles koordinierendes Organ, das zusammen mit Partnern vielfältige Angebote für Gemeinden, Unternehmen, Bevölkerung und Schulen zur Verfügung stellt.

Zum Abschluss illustrierte Programmleiterin Jeanine Riesen, Programmleiterin mit vielen Bildern, eindrücklichen Zahlen und Zitaten, was so!mobil in den letzten 10 Jahren geleistet hat. Dazu gehörte auch der Aufbau einer breiten Begleitgruppe und eines starken Netzwerkes. Das Programm so!mobil trage als etablierte Plattform dazu bei, dass neue Herausforderungen gemeinsam angegangen und Synergien genutzt werden. Dies wolle so!mobil gemeinsam mit der öffentlichen Hand und diversen Mobilitätspartnern auch in Zukunft leisten.

Einen Eindruck von dem grossen und vielfältigen Netzwerk, das so!mobil in den letzten 10 Jahren aufgebaut hat, vermittelte das anschliessende Netzwerkapéro. Diverse Verbände, öV-Unternehmen, Tarifverbunde, Polizei, Mobilitätsbüros, Gemeindemitarbeitende, Politikerinnen und Vertreter von Unternehmen haben gemeinsamen auf das Programm und auf ihre Zusammenarbeit angestossen.