In einer Krisensituation bedarf es einer guten Krisenführung. Der Regionale Führungsstab Olten stellte diese kürzlich bei einer Stabsübung unter Beweis. Der Regionale Führungsstab Olten (RFSO) trifft in Krisensituationen zusammen, wenn die einzelnen Partnerorganisationen des Bevölkerungsschutzes ein grösseres Ereignis nicht mehr alleine bewältigen können, sondern mehrere Partnerorganisationen zur Bewältigung des Ereignisses beansprucht werden. Der RFSO koordiniert in einer solchen Situation die Tätigkeiten der Partnerorganisationen. Der Zivilschutz als Partnerorganisation der Bevölkerungsschutzregion Olten mit 12 angeschlossenen Gemeinden leistet bei einem solchen Einsatz Führungsunterstützung.

«Der Grossraum Olten ist besonders betroffen von langanhaltenden, heftigen Regenfällen, die im Mittelland bereits für einige Erdrutsche sowie kleinflächige Überschwemmungen gesorgt haben. Auch die Aare führt bereits Hochwasser. Ein Hangrutsch am Düriberg in Trimbach mit 7 Schwerverletzten hat die Rettungsfahrzeuge in einen Engpass gebracht. Besorgte Bewohnern von Boningen und Gunzgen melden trübes und riechendes Wasser. Auf Höhe Coop-Einkaufs- und Verteilzentrale Non-Food in Wangen auf der Entlastungsstrasse West in der Kurve der Gäustrasse in unmittelbarer Nähe zur Bahnlinie kippte frühmorgens infolge des Regens auf der Strasse ein Gefahrguttransporter. Die Dünnern fliesst nur wenige Meter entfernt Richtung Olten. Die Polizei hat die Entlastungsstrasse West grossräumig abgesperrt, die Durchfahrt für die Bahn wurde bis auf weiteres untersagt.»

So lautete die Übungsanlage, als kürzlich die Alarmzentrale der Kapo Solothurn die Einsatzkräfte frühmorgens um 7 Uhr zur jährlichen Stabsübung alarmierte. Zuerst wurde der Kernstab und danach der erweitere Stab zum Einsatz aufgeboten. Wenige Minuten später trafen die ersten Mitglieder des RFSO ein. Der Zivilschutz richtete die Räumlichkeiten ein und regelte die Zutrittskontrolle zum Kommandoposten bei der Stadthalle Olten. Um 7.30 Uhr begrüsste Franco Giori, Stabschef RFSO Olten und Kommandant RZSO Olten, die Beteiligten und die externe Übungsleitung. Er stellte das Szenario vor, erklärte die Ziele und erteilte den Auftrag zur Durchführung der Stabsübung.

Der Zivilschutzchef Lage instruierte die Stabsassistenten. Die Zivilschützer organisierten sich und nahmen ihre Arbeit auf. Während eine Einsatzkraft die Ein- und Ausgangskontrolle übernahm, betreuten zwei Zivilschützer die Eingangskanäle Telefon, Fax und künftig auch E-Mail. Die eingehenden Meldungen werden auf ihre Richtigkeit geprüft und zur Triage weitergeleitet. Unter der Leitung des stellvertretenden Zivilschutzkommandanten Simon Gerber waren insgesamt 18 Zivilschützer mit einem Chef aus der Führungsunterstützung, der Betreuung, der Versorgung, der Logistik und dem Kulturgüterschutz sowie Stabsassistenten vertreten. In der Übung beteiligt waren auch Martin Wey aus Olten als Vorsitzender des RFSO und mit Pius Müller aus Rickenbach auch der stellvertretende Vorsitzende.

Besonders routiniert zeigten sich die Blaulichtorganisationen. Mit viel Erfahrung aus den täglichen Einsätzen und den regelmässigen Übungen konnten sie die Lage, welche sich laufend veränderte, stets professionell beurteilen. Gestützt auf die Informationen der Fachvertreter trafen Polizei und Feuerwehr erste Sofortmassnahmen für die Sicherheit der Bevölkerung. Mögliche weitere Gefahren konnten frühzeitig erkannt und entsprechend richtig priorisiert. Polizei und Feuerwehr unterstützen den Regionalen Führungsstab bei schwierigen Entscheidungsfindungen und bei der Umsetzung der getroffenen Massnahmen. Auch für erfahrene Führungskräfte zeigte sich: Das Krisenmanagement erfordert vereinte Kräfte, gut überlegte und abgestimmte Lösungen – dies will und muss geübt sein.

Franco Giori zeigte sich, auch wenn noch Potenzial zur Verbesserung vorhanden ist, zufrieden mit der Übung und bedankte sich bei allen Mitwirkenden für Ihren Einsatz. Die gewonnenen Erkenntnisse fliessen in die künftigen Vorbereitungsmassnahmen des RFSO ein.

mgt