Die 99. Delegiertenversammlung von pro audito schweiz fand am 26. Mai in der Fachhochschule Nordwestschweiz in Olten statt. Die Jahresrechnung schliesst mit einem erfreulichen Plus.

„Es freut mich sehr, dass pro audito seine 99. Delegiertenversammlung bei uns im schönen Olten abhält. Auch wenn es für die hundertste nicht ganz gereicht hat“, witzelte Stadtpräsident Dr. Martin Wey bei der Begrüssung der Delegierten und des pro audito Zentralvorstandes. Er übernahm das Wort von Albert Schumacher, Präsident pro audito olten, der zuvor kurz auf die Gründungsgeschichte seines Vereins eingegangen war.

Der amtierende Präsident Georg Simmen führte, im Namen des Zentralvorstandes, anschliessend durch das – erfolgreiche - Geschäftsjahr 2017. Dabei gab es keine Überraschungen: Alle zur Abstimmung stehenden Tagesordnungspunkte wurden von den Delegierten angenommen.

In ihrer Funktion als neue Geschäftsführerin gab Irene Verdegaal einen Überblick über die wichtigsten pro audito schweiz Aktivitäten des vergangenen Jahres. „Unser sozialpolitisches Engagement ist wichtig“, kommentierte sie die Annahme der so genannten „Motion Dittli“, die pro audito aktiv unterstützt hatte (ab dem 1. Juli 2018 gibt es neu die AHV-Pauschale für zwei Hörgeräte) und das Scheitern der No-Billag Initiative.

Ebenso wichtig sind die Dienstleistungen, die pro audito auch im 2017 für Betroffene anbot. Ein Beispiel: Die neutrale Hörberatung konnte 1000 Kontakte aus der gesamten Schweiz aufweisen. Und die Statistik belegt, dass mit 84% die Mehrheit der Kontaktsuchenden selbst Betroffene oder direkte Angehörige sind. Damit wird die Zielgruppe, für die die Hörberatung als niedrigschwelliges Angebot ins Leben gerufen wurde, erreicht. Das CI-Forum und die Veranstaltungen zum Welttag des Hörens waren auch im vergangenen Jahr wichtige Plattformen, um die Anliegen von pro audito bekannt zu machen.

Das gute Jahresergebnis verdankt pro audito schweiz nicht zuletzt dem Erfolg der Schriftdolmetscherinnen, die im Jahr 2017 doppelt so viele Einnahmen wie im Vorjahr generierten.

Abschieds- und Dankesworte galten Andrea Gerfin, die den Dachverband viereinhalb intensive Jahre geführt und dabei die Geschäfte in Ordnung gebracht hat.

Neben den Verabschiedungen konnte auch ein Neuzugang begrüsst werden: Mäde Müller aus der „Beratungsstelle für hörsehbehinderte und taubblinde Menschen“, stellte kurz die Anliegen ihres Vereins vor. Die sieben Beratungsstellen sind beim Schweizerischen Zentralverein für das Blindenwesen (SZB) angegliedert und setzen sich für Menschen mit doppelter Sinnesbehinderung ein.

Heiterer Abschluss

Heitere – wenn auch nicht unkritische Kost – bot das Komiker-Duo „Ruedi und Heinz“ zum Abschluss. Passend zu den, am Tag der Delegiertenversammlung stattfindenden, Oltner Kabarett-Tagen, entliessen diese beiden Kultfiguren des Satireduos Rhaban Straumann und Matthias Kunz, die Anwesenden in entspannter Stimmung. Und als „Stimmungsaufheller zum Mitnehmen“, gab pro audito olten als Gastgeber ihren Gästen schliesslich noch ein Paket feinste Schoggi mit auf den Heimweg.

                                                                                                          Jolanda Emmenegger