Im Juni wurden die Pioniere unter der Leitung von Oberleutnant Marcel Clopath in die Übungsanlage Olten/Gheid aufgeboten. Von den 200 aufgebotenen sind genau 135  leistungsfähige Pioniere eingerückt. Man mag sich fragen, ob das normal ist? Clopath beantwortet diese Frage mit einem gelassenen Ja. Auch im Ernstfall kann von den Aufgebotenen über die Hälfte bis maximal drei Viertel zufolge Abwesenheiten erwartet werden. So plant die Regionale Zivilschutzorganisation heute, in Zeiten wo der Arbeitsort weiter weg vom Wohnort ist. Geübt wurde beim Wiederholungskurs für den Ernstfall. Und zwar für die Szenarien Hochwasser, Erdbeben, Hangrutsche und KKW-Störfall. Szenarien, die uns alle betreffen könnten.

Auf dieses Jahr hin wurde der Leistungsauftrag, den die Zivilschutzorganisation sich gibt und der von der Regionalen Bevölkerungskommission abgesegnet wird, erstmals etwas anders aufgebaut. Oberleutnant Marcel Clopath koordinierte die durchzuführenden Übungen. Organisieren durften sie zum ersten Mal aber auch die Zugführer. „Dadurch fördert man die Identifikation und die Zugführer stehen mehr hinter ihrem Handeln.“ sagt Clopath. Dieses Führungsinstrument war für eine deutlich höhere Motivation der Zugführer und auch der Soldaten verantwortlich. So standen sie nicht einfach bei Pausen herum, sondern spornten sich gegenseitig an, ihre Übung noch flinker durchzuführen. Beeindruckend wurde demonstriert, wie innert 43 Sekunden ein Damm mit den neuen, sich durch Wasser ausdehnbaren Jutensäcke erbaut wurde, um das nachträglich geflutete Wasser im Damm zu halten.

Diese neuartigen Jutensäcke waren auch ein Teil der Übung. Früher waren es schwere und sperrige Sandsäcke, die zuerst gelagert dann geschleppt und schliesslich auch noch lange getrocknet werden mussten. Neu geht das viel einfacher: Ein Jutensack gefüllt mit granulatartigem Inhalt bläht sich in einer biologischen Reaktion zu einem dicken Dichtungssack auf und kann so mehrfach geschichtet effizienter gelagert werden. Zudem kann er auch wegen des geringeren Gewichts rascher im Ernstfall an den gewünschten Ort verschoben werden. 

Text und Fotos: Fabian Bartlomé