Wie in den vergangenen 21 Jahren auch, traf sich zu Beginn der Sommerferien eine stattliche Anzahl gut gelaunter Kulturreisender aus Wolfwil und zugewandten Orten, um während einer Woche unbekannte Gebiete zu entdecken. Nachdem Pfarrer Fringeli den Reisesegen erteilt hatte, setzte sich der Doppelstock-Car der Firma Gerber Roggwil in Bewegung. Das Tagesziel hiess Münster. Die schöne alte Stadt lud geradezu ein, nach der langen Fahrt etwas die Beine zu vertreten. Imposante Bauten, historische Wahrzeichen aber auch moderne Gebäude mischten sich im übersichtlichen Altstädtchen. Selbstverständlich boten auch schmucke Gaststätten Gelegenheit, mit einheimischer Braukunst Bekanntschaft zu machen. Am nächsten Tag ging es weiter via Bremen nach Wilhelmshaven am Jadebusen, unserem Standort für die nächsten Tage.

Die folgenden drei Tage galten der Entdeckung Ostfrieslands. Die Insel Norderney ist ein wunderschönes Naturparadies, das wir mittels Bömmelbahn erkundeten. 95 heimische Vogelarten, Wildhasen, Pferde und gelegentlich auch Robben gab es zu bestaunen. Insbesondere die frechen und diebischen Seemöwen gaben Anlass zu viel Schadenfreude, wenn wieder ein Gast sein Kuchenstück oder Käsebrötchen dem Federvieh überlassen musste.

Der nächste Ausflug galt der Meyer Werft in Papenburg. Hier werden unter anderem gigantische Kreuzfahrtschiffe gebaut. Beruhigend zu erfahren, dass die Werft einen besonderen Wert auf die Entwicklung und die Verwendung von umweltschonenden Technologien legt. Nicht nur technikbegeisterte Männer oder Kreuzfahrt-Freaks kamen auf ihre Kosten. Der Nachmittag war der Stadt Oldenburg gewidmet. Auch hier gab es Sehenswürdigkeiten zu bestaunen und eine Bronzestatue des berühmten Dressurpferdes „Donnerhall“.

Am letzten Tag ging es um die Entdeckung des alten Landes. Die Fahrt führte der Nordseeküste entlang über Harlesiel und Bensersiel bis nach Greetsiel. Fischkutter, romantische Örtchen und weite Landschaften machten den Eindruck perfekt. Auf dem Rückweg nach Wilhelmshaven konnten wir dem Reiseführer noch eine Premiere verschaffen. In Suurhusen machten wir dem schiefsten Kirchturm der Welt die Aufwartung. Bei einer Höhe von 27,37 Metern weist der Turm am Dachfirst einen Überhang von 2,47 Metern auf, was einer Neigung von 5,19 Grad entspricht. Damit wird er als Rekordhalter für nicht absichtlich schief gebaute Gebäude im Guiness-Buch der Rekorde aufgeführt.

Leider verging die Zeit viel zu schnell und so stand am Freitag die erste Etappe der Heimfahrt an. Mittagsrast gab es in Münster, wo am alten Marktplatz schöne im ursprünglichen Stil wieder aufgebaute Häuser bestaunen konnte. Die Etappe endete in Fulda. Diese Stadt konnte man vor und/oder nach dem Nachtessen auf eigene Faust entdecken. Absolut sehenswert.

Nun ist die 22. Wolfwiler Pfarrei-Kulturreise wieder Geschichte. Man darf gespannt sein, wohin die 23. Ausgabe im nächsten Jahr führt. Das Geheimnis wird am 3. November anlässlich des Rück-/Ausblicks gelüftet werden.