Donner, Blitz und Regenbogen in der St. Martinskirche 

Am vergangenen Sonntag lud die MG Fridau Egerkingen zum traditionellen Frühlingskonzert in der stimmungsvollen und gut besetzten St. Martinskirche. Die Musiker unter der bewährten Direktion von Erich Hess, verwöhnten die Zuhörer wiederum mit Trouvaillen aus der Blasmusikliteratur und zeigten volle Präsenz. 

Nomen est omen. Mit dem heiteren Marsch „A Good Start“ von Luigi di Ghisello verbreitete die MG Fridau gleich von Anfang an gute Stimmung, sei es akustisch oder auf Gefühlsebene.

Mit der Komposition „Gebet für Blasorchester“ von Hans Blank, zeigten die Bläser ihr Gespür für leise Töne. Die feierliche Komposition verlieh dem Kirchenkonzert einen sakralen Rahmen und wurde von der Band gefühlvoll interpretiert.

Mit dem bewegenden Werk „Virginia“, vertonte der Komponist Jakob de Haan die einschneidenden Ereignisse des amerikani-schen Südstaates Virginia während der Kolonisation, der Zeit der Sklaverei und des Bürgerkrieges. Man glaubte die tragische Vergangenheit Virginias förmlich zu spüren, so sehr vermochte die Band deren Handlung musikalisch zu widerspiegeln. Die MG Fridau Egerkingen wird diese ausdrucksvolle Vertonung ameri-kanischer Geschichte anlässlich des Wasserämter Musiktages vom 2. Juni 2019 in Kriegstetten als Wettstück vortragen.

Leicht und fröhlich wie Vogelgezwitscher im Frühling folgte nun die „Amsel-Polka“ des tschechischen Komponisten Jaromir  Vejvoda. Sein wohl bekanntestes Werk ist seine Polka Rosamunde, die wohl jeder kennt. Mit ihrer Spielfreude ver-mochte die Fridau Egerkingen ihre Begeisterung für Polkas auf das vergnügte Publikum zu übertragen.

Ein weiterer Höhepunkt folgte mit dem Konzertstück „Il Signore é con te“ von Kees Vlak. Die Inspiration zu diesem Werk erhielt der Komponist beim Lesen des Textes von Ave Maria. So entstand eine hingebungsvolle, berührende Verton-ung, welcher die Bläser unter der Leitung ihres Dirigenten eine wunderbare Ausdruckstiefe verliehen.

Durch unzählige Titelmelodien von Spielfilmen und TV-Serien hat sich der 2015 verstorbene James Last in die Herzen der Fans gespielt. Unvergesslich auch die Titelmelodie zum gleichnami-gen Spielfilm „Morgens um Sieben ist die Welt noch in Ord-nung“ von 1968. Auch die Fridau hat mit ihrer Interpretation die Herzen ihres treuen Publikums erobert.

Eine weitere musikalische Perle reihte sich mit der klassischen Schnellpolka „Unter Donner und Blitz“ von Johann Strauss Sohn auf die Schnur. Mit dem fulminanten Feuerwerk an Tönen verbreitete die Band ihre Energie durch die ganze Kirche.

Nach Donner und Blitz folgte wie oft auch in der Natur der Regenbogen oder eben der „Arc-en-Ciel“, hier komponiert vom Schweizer Militärtrompeter Guido Anklin. Die melodiösen Baritonlinien symbolisieren den Regenbogen und verleihen dieser Komposition einen herzlichen, welschen Charakter. Mit einem herzlichen Applaus verdankte das Publikum denn auch diesen bekannten Marsch aus der Schweizer Blasmusikszene.

Mit dem Masch Albula von Oscar Tschuor bot uns die MG Fridau Egerkingen einen klangvollen und würdigen Konzertabschluss. Mitgerissen von der Spielfreude der Musiker und der Bühnen-präsenz des Dirigenten Erich Hess, hielt es nun auch das Publi-kum nicht mehr länger ruhig auf den Kirchenbänken. Mit tosen-dem Applaus forderte es Zugaben, welche ihm die Fridau mit der Polka „Wir Musikanten“ und traditionellerweise dem „Egerkinger Marsch“ von Walter Joseph gerne gewährten.

Einmal mehr bot die MG Fridau ein unterhaltsames Konzert und unterhielt mit einem grossen, warmen Tonvolumen, tollen Solopassagen und einem überzeugenden Gesamtsound.

shn