Olten

Der regionale Führungsstab Olten nach einem Erdbeben übt den Ernstfall

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Die Notfall-Übung «U Terremoto» lieferte dem Regionalen Führungsstab Olten wichtige Erkenntnisse über die Zusammenarbeit in einer Krisensituation.

Der Regionale Führungsstab Olten (RFSO) trifft in Krisensituationen zusammen, wenn die einzelnen Partnerorganisationen des Bevölkerungsschutzes, wie Feuerwehr, Polizei, Technische Werke, Werkhöfe der Gemeinden und das Gesundheitswesen ein entsprechendes Ereignis nicht mehr allein bewältigen können, sondern die Unterstützung sämtlicher Partnerorganisationen beansprucht werden.

Der Regionale Führungsstab als Teil des aus 12 Gemeinden bestehenden Bevölkerungsschutzkreises der Region Olten, trifft in solchen Situationen sämtlich geeigneten Vorbereitungs- und Durchführungsmassnahmen. Dabei liefert der Zivilschutz als Partnerorganisation bei der Führungsunterstützung eine zentrale Rolle bei der Situationsanalyse und der Sicherstellung der Kommunikation. In seiner Funktion als Stabschef des RFSO ist Franco Giori, als leitende Instanz ein wichtiger Bestandteil des Stabs.

Um für den Ernstfall möglichst gut gewappnet zu sein, fand an einem Donnerstagvormittag Mitte November unter dem Namen «U Terremoto» eine Übung des Regionalen Führungsstabs Olten statt. Die Szenerie gestaltete sich folgendermassen: Um 6 Uhr morgens erschütterte ein schweres Erdbeben der Stärke 6.61 mit Epizentrum Reinach BL die Nordwestschweiz. Aus den einzelnen Gemeinden im Einzugsgebiet des Regionalen Führungsstabs werden beträchtliche Schäden gemeldet. Etliche Gebäude haben dem Beben nicht standgehalten und sind eingestürzt. Feuerwehr, Polizei und Sanität sind vollkommen ausgelastet, kämpfen jedoch mit dem Durchkommen im gewaltigen Verkehrschaos im Grossraum Olten. Auch die Kommunikation gestaltet sich schwierig, da Handy- und Internetverbindungen vollständig überlastet sind und ein Durchkommen kaum möglich ist. Zudem melden einige Gemeinden Stromausfall.

Die Übung begann mit der Alarmierung der Stabsmitglieder sowie der Führungsunterstützung durch die Alarmzentrale der Kantonspolizei Solothurn um 7.10 Uhr. Sämtliche Teilnehmer waren zwar vorausgehend für diesen Freitag aufgeboten worden, wurden jedoch bewusst im Unwissenden über die Durchführung dieser Notfall-Übung gelassen. Wenige Minuten später trafen bereits die ersten Mitglieder des RFSO beim Kommandoposten Olten ein. Um 7.40 Uhr begrüsste Stabschef Franco Giori sämtliche Beteiligten sowie die externe Übungsleitung um den Chef des Zivilschutzes des Kanton Solothurns, Peter Huber.

In den folgenden Stunden übte man unter fortlaufend verändernder Sachlage die Zusammenarbeit zwischen Führungsstab, Führungsunterstützung sowie den Partnerorganisationen bis die Übung um 11:30 Uhr beendet wurde und man den Morgen in einer abschliessenden Besprechung Revue passieren liess. Das Fazit des Übungsleiters Peter Huber fiel insgesamt positiv aus. Der örtliche regionale Führungsstab sei sehr gut aufgestellt mit viel Kompetenz auf sämtlichen Positionen. Ein anfängliches Chaos sei bei einem Ernstfall dieses Ausmasses natürlich vorprogrammiert. Zu verbessern gäbe es immer etwas. Doch der Stab sowie auch die Führungsunterstützung vermochten unter Beweis zu stellen, dass sie sich an die fortlaufend verschlimmernde Sachlage anpassen können, um die Krisensituation bestmöglich zu bewältigen. Nebst geprobten Zusammenarbeit war für Stabschef Franco Giori auch die soziale Komponente wichtig. Das Kennenlernen sowie die Interaktion mit den Menschen, mit welchen man in solchen Extremsituationen zu tun hat und eine bestmögliche Zusammenarbeit gewährleisten muss, war für ihn ein ebenso zentraler Bestandteil.

Text und Fotos: Ramon Brotzer, Infogruppe RZSO Olten

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