Aus der Vernissage-Ansprache von Jean-Pierre Gerber (Biel):

„Le regardeur fait le tableau.“ sagte der französische Kunstkritiker M. Onfray. Ich bin mit ihm einverstanden. Ich versuche trotzdem etwas zu sagen, etwas ganz Persönliches zu den beiden Künstlern. Beide gehen mit grossem Eifer ans Werk. Immer wieder beginnen, immer wieder erforschen, immer wieder mit künstlerischer Arbeit das ausdrücken, was sie gerade beschäftigt: Auf der Suche nach dem, was immer und überall wahr ist. Aber beide verwenden ganz unterschiedliche „Medien“, um mit ihren Fähigkeiten ihre Anliegen auszudrücken.

Bei Beat ist es Eichenholz, das er mit schlafwandlerischer Sicherheit und viel Können in Stelen, Reliefs und Installationen verwandelt. Nichts ist zufällig, alles ist genau geplant, gestaltet, bemalt und oxidiert. Schöne, wohlproportionierte Skulpturen und Reliefs tragen die Spuren der Bearbeitung mit der Motorsäge und ein mit Kreide gesetztes Zeichen, ein Rechteck, manchmal andeutungsweise, manchmal klar abgegrenzt - eine geheimnisvolle Schrift.  Er macht mir Mut, dass ich mein Umfeld selber gestalten kann und darf, bis es mir gefällt. Ich werde aufgefordert, mein tägliches Umfeld neu zu betrachten und zu durchleuchten.

Nach einer Rückenoperation ist Alfred gezwungen, sich zu schonen. Aus „Zwang“ greift er deshalb zum Fotoapparat. Er findet Motive im Garten von „Rosinli“, dem Garten seiner Freundin. Er  schafft subtile Fotoüberlagerungen, „Gartenfarbbilder“. Scharfe und unscharfe Fotos von alltäglichen Objekten (Blumen, Sackkarren, Stewi, ...) überlagert er, überlagert auch die Farben bis hin zum Schwarz. Er präsentiert sie in einer Art Guckkästen, die mich zum Träumen veranlassen. Eine Reminiszenz an die Romantik, nicht ohne Ironie und mit einer gewissen Distanz zum Geschehen in der heutigen Welt. Das lese ich als Wahrheit aus den „Fotos“.

Georg Schmid

Dauer der Ausstellung: 11 bis 27.11.2016
Öffnungszeiten: Sa/So 14 – 17, Mi 15 – 18, Fr 18 - 20