Der Hindu-Priester Sasikumar Tharmalingam „Sasi“ begrüsste die 23 Teilnehmer von pro audito region olten um 10 Uhr. Er, der erste Angestellte vom Haus der Religionen aus Sri Lanka, ist Ayurvedischer Koch, mit Berner Wirtepatent und der „Erlaubnis seiner Religion“ hierfür tote Tiere anzufassen. Im Weiteren ist er auch Sterbebegleiter bei Hindus mit einem Abschluss der Berner Hochschule in Theologie.

Er erzählte Anekdoten vom Bau des Hauses: z. B. der jüdische Rabbiner kam eines Tages und inspizierte lange und ausgiebig seine Ayurvedische Küche. Nachdem er dies beendet und über 2 Minuten lange nichts sagte, kamen dann die Worte „wir können gemeinsam kochen und du bekommst das Zertifikat für koschere Küche“…

Im Jahr 1999 startete das Projekt am runden Tisch mit allen Weltreligionen unter der Leitung von Hartmut Haas. In der Stadt Bern „West“ leben viele Immigranten. Die Gebetsorte waren unterirdisch oder in Garagen untergebracht. 2001 war dann die Gründung des Hauses mit 8 Religionen.

Es wurden viele Gemeinsamkeiten in den Religionen gefunden. Konflikte gehörten auch dazu, so gab es Probleme zwischen den Türken mit den Aleviten. In vielen freiwilligen Arbeitsstunden mussten die jeweiligen Religionen Ihren Raum (Gebetsort/Kirche/Tempel/Moschee) selbst ausbauen und finanziell auch selbst tragen.

Sehr eindrücklich war der Rundgang in den verschiedenen Religionsräumen. Der jeweils zuständige Priester erklärte auch die Besonderheiten mit den dazugehörenden Ritualen.

Zuletzt konnten wir ein feines Mittagessen aus der ayurvedischen Küche geniessen.  

                                                                  Jolanda Emmenegger