Das 79. nationale Festival swiss.movie gab einen Einblick in das Wirken der nicht-professionell tätigen Filmschaffenden aus der ganzen Schweiz.

26 Beiträge aus 19 Filmclubs schafften es diesmal bis in den nationalen Wettbewerb, der am 28.6.14 im Hotel Arte in Olten stattfand. In 5 Blöcken wurden dem interessierten Publikum sowohl Spiel- als auch Dokumentarfilme gezeigt. Der kürzeste Film dauerte gerade einmal eine Minute, der längste Beitrag hatte eine Laufzeit von 25 Minuten.

Den Festivalbesuchern wurde wieder einmal vor Augen geführt, dass der Begriff "nicht-professionell" nichts zu tun hat mit amateurhaft oder Anfänger. Den Beiträgen war anzusehen, dass es ihren Erschaffern mit viel Herzblut darum geht, das grundlegende Thema der Geschichte herauszuarbeiten und mit den von Film und Fernsehen bekannten Stilmitteln und Techniken umzusetzen. So waren die Naturfilme genauso professionell produziert wie man es von zeitgemässen Fernsehproduktionen her kennt. Bei der Dokumentation über die indonesischen Schwefelstecher musste man genauso ob der gesundheitsschädlichen Plackerei mitleiden als wäre man selbst einer von ihnen. Die packend erzählte Geschichte über die geheimnisvollen Kornkreise auf Schweizer Feldern liess einen schliesslich darüber grübeln, ob es sich bei diesem Phänomen bloss um Bubenstreiche oder vielleicht doch um überirdische Kräfte handeln könnte. Mit den fiktionalen Beiträgen wurde ausserdem das Gerücht widerlegt, dass sich das nicht-professionelle Filmschaffen ausschliesslich auf Natur- und Urlaubsfilme beschränkt. Die amüsanten Themen und witzigen Pointen der Stumm- und Tonfilme sorgten für viele Lacher im Publikum. Hatte der Butler, der von den eigentlichen Einbrechern geschnappt und dem Polizisten übergeben wurde, nicht doch selbst Schuld an seinem Schicksal? Ist es nicht zu riskant, seiner Liebsten daheim viele Liebesbriefe zu schicken, wenn man den jungen Briefträger nicht kennt, der die Briefe täglich an sie ausliefert?

Die einzelnen Blöcke wurden jeweils vom Präsidenten Rolf Diel und vom Vizepräsidenten Fred Graber des Dachverbands swiss.movie moderiert. Durch die anschliessende Preisverleihung führten die Künstlerin Elena Mpsintis und Marco Stern vom Amateur Film-und Videoclub Zürich.  Jedem der für einen Preis nominierten Filmschaffenden wurde ein Diplom überreicht zusammen mit einer individuellen Würdigung seiner/ihrer Leistung. Neben den Diplomen wurden 8 swiss.movie Stars an jene Filmbeiträge verliehen, die die Filmjury wegen besonderer Leistungen (z.B. "Beste Regie", "Beste Montage“, etc.) überzeugt haben. Der Sonderpreis für "Beste schauspielerische Leistung" ging an die  Schauspielerin Manuela Meier. Erstmals wurde am nationalen Festival auch ein Publikumspreis verliehen, der über die von den Besuchern abgegebenen Stimmen ermittelt wurde.

Für das diesjährige Filmfestival UNICA (Union Internationale du Cinéma) hat die Filmjury 5 Filme nominiert. Es findet vom 23. bis 30. August in Piešťany (Slowakei) statt. Hier können sich die Schweizer Beiträge mit anderen Filmschaffenden aus ganz Europa messen und auf eine weitere Auszeichnung hoffen.

Die Liste der Gewinnerfilme kann auf der Homepage von swiss.movie abgerufen werden (http://www.swissmovie.org/images/Dokumente/fsm2014/Auszeichnungen%202014%20festival.pdf).