Zoo Basel
Nachwuchs bei den Flusspferden im Zolli: Das Jungtier erkundet schon das Aussengehege

Die Flusspferdkuh Helvetia (29) wurde erneut Mutter. Vor einem Monat brachte sie ihre Tochter Serena im Basler Zolli zur Welt.

Aimee Baumgartner
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Der Basler Zolli vermeldet Nachwuchs bei den Flusspferden. Wie er am Mittwoch kommuniziert, erblickte das Flusspferd-Mädchen Serena am 3. Mai das Licht der Welt. Beide seien wohl auf und die Geburt sei ruhig verlaufen, so Zolli-Tierarzt Christian Wenker. Die Geburt wurde schon seit ein paar Tagen erwartet. «Das erste Zeichen von Helvetia war, dass sie sich vom Bullen abgesondert hat. Sie wollte alleine sein und sich auf die Geburt vorbereiten», erklärt Wenker. Der Bulle sei deshalb von der Kuh getrennt worden, um der werdenden Mutter Ruhe zu geben.

Klein und fast schon kugelrund: Jungtier Serena wagt die ersten Schritte auf der Aussenanlage.
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Die ersten Wochen verbrachte das Pflusspferden-Mädchen im beheizten Innenbecken
Einen Monat nach der Geburt spürte sie zum ersten Mal Gras unter ihren Füssen.
Flusspferdkuh Helvetia überwachte jeden Schritt ihrer Tochter.
Auch beim ersten Bad im Aussengehege wich sie der Kleinen nicht von der Seite.
Die meiste Zeit ihres noch kurzen Lebens verbrachte Serena im Wasser.
Nach dem Ausflug war das junge Flusspferd ausgepowert und musste sich ausruhen.

Klein und fast schon kugelrund: Jungtier Serena wagt die ersten Schritte auf der Aussenanlage.

Bild: zvg / Zoo Basel (Torben Weber)

Am Morgen konnte der diensthabende Tierpfleger dann die Geburt miterleben. Wie für Flusspferde typisch, gebar die Mutter ihr Jungtier im Wasser. Angesichts der kühlen Temperaturen Anfang Mai wählte die 29-jährige Flusspferdkuh Helvetia das beheizte Innenbecken als richtige Gebärstation. Christian Wenker:

«Es ging aber alles schnell und plötzlich ist die kleine Serena aus dem Wasser aufgetaucht und war fit und munter.»

Die Geburt sei ruhig verlaufen, Mutter und Tochter seien wohlauf. «Serena hat sich sehr gut eingelebt. Eine Wassergeburt ist ein unglaublicher Start ins Leben, es hat aber alles wunderbar geklappt», so der Zolli-Tierarzt.

Für Mutter Helvetia ist es bereits der 12. Nachwuchs, 2016 brachte sie zuletzt ein Jungtier zur Welt. Die Erfahrung würde man der Mutter deutlich ansehen, erklärt Wenker. «Sie stupst Serena immer wieder an, dass Serena immer in der Nähe ihres Kopfes ist, also immer in Sichtweite. Auch beim Schlafen legt Serena stets das Köpfchen auf dem Kopf von Helvetia ab.»

Von drinnen nach draussen

Die ersten Wochen verbrachten die beiden im Afrikahaus, das Wasserbecken wollten sie nicht verlassen. Gestern Dienstag war für Helvetia aber scheinbar der richtige Zeitpunkt, um der einmonatigen Serena auch das Aussengehege zu zeigen.

Bei sommerlichen Temperaturen machten Mutter und Tochter ihren ersten gemeinsamen Ausflug auf die Aussenanlage.

Bei sommerlichen Temperaturen machten Mutter und Tochter ihren ersten gemeinsamen Ausflug auf die Aussenanlage.

Bild: zvg/Zoo Basel (Torben Weber)

Gemeinsam trotteten sie gemächlich aus dem Stall – die Mutter voraus, das Kleine gemächlich hinterher. Sie verbrachten viel Zeit in der Sonne, schwammen durchs Wasser und Serena fühlte das erste Mal frisches Gras unter ihren Füssen. «Dementsprechend müde waren beide am Nachmittag nach den vielen spannenden Eindrücken.»

Der Vater von Serena muss sich noch gedulden

Der frischgebackene Vater des Jungtiers, der 30-jährige Wilhelm, lebt ebenfalls auf der gleichen Anlage. Der stattliche Bulle und Helvetia verstehen sich nach Angaben des Zolli meist sehr gut. In die Nähe des Nachwuchses zeige sich Helvetia aber sehr beschützerisch und lasse den Vater noch nicht zur Tochter. «Bald wird die Familie aber sicher wieder die ganze Zeit vereint sein können», ist Christian Wenker überzeugt.

Da das Afrikahaus gegenwärtig noch geschlossen ist, brauchen Zoobesucherinnen und -besucher noch etwas Geduld, wenn sie einen Blick auf das Neugeborene erhaschen möchten. Bei erneuten Ausflügen könne man die kleine Familie aber auf der Aussenanlage beobachten.

Der Hintergrund des Namens

Die Jungtiere im Basler Zolli erhalten jeweils einen Namen, der einen Bezug zu der Heimat des Tieres hat. Im Fall von «Serena» handelt es sich dabei um eine Lodge in Kenia. Zudem beginnen die Namen jeweils mit einem bestimmten Buchstaben des Alphabets. Nachdem im vergangenen Jahr alle Neugeborenen einen Namen mit «R» erhielten, ist es in diesem Jahr der Buchstabe «S».

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