Wahlen Deutschland
Der Wahlkreis Lörrach-Müllheim ist in Berlin sehr gut vertreten

Die CDU hat das Direktmandat im Wahlkreis Lörrach-Müllheim gewonnen. Ferner ziehen Kandidaten von SPD und FDP in den Bundestag ein – die Grünen blieben chancenlos.

Peter Schenk
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Diana Stöcker (CDU), gewählte Bundestagsabgeordneter, den Wahlkreis Lörrach-Müllheim

Diana Stöcker (CDU), gewählte Bundestagsabgeordneter, den Wahlkreis Lörrach-Müllheim

Zvg / bz Zeitung für die Region

Die CDU hat das Direktmandat im Wahlkreis Lörrach-Müllheim gewonnen. Die Grünen blieben chancenlos. Mit gut drei Prozentpunkten Vorsprung ist es der CDU-Kandidatin Diana Stöcker gelungen, den an Basel angrenzenden Wahlkreis Lörrach-Müllheim für ihre Partei zu verteidigen. Diese hatte den Wahlkreis mit dem ehemaligen Abgeordneten Armin Schuster, der nicht mehr antrat, dreimal in Folge gewonnen. Die Bürgermeisterin von Badisch-Rheinfelden kam bei den Bundestagswahlen bei den Erststimmen, die über das Direktmandat entscheiden, auf 25,2 Prozent.

Takis Mehmet-Ali (SPD), gewählter Bundestagsabgeordneter, den Wahlkreis Lörrach-Müllheim

Takis Mehmet-Ali (SPD), gewählter Bundestagsabgeordneter, den Wahlkreis Lörrach-Müllheim

Zvg / bz Zeitung für die Region

Ihr dicht auf den Fersen war der junge SPD-Kandidat Takis Mehmet Ali, der im Sozial­bereich arbeitet und vor einem halben Jahr noch ein politischer Nobody war. Er dürfte sicherlich davon profitiert haben, dass die SPD mit ihrem Kanzler­kandi­daten Olaf Scholz deutschlandweit im Aufwind war. Bei den Zweitstimmen, die bestimmen, wie viele Kandidaten eine Partei in den Bundestag schickt, lagen die Sozialdemokraten im Wahlkreis sogar vor der CDU. Das gute ­Abschneiden sorgte dafür, dass Mehmet Ali über seine Platzierung auf der Landesliste noch knapp in den Bundestag einzog.

Christoph Hoffmann (FDP), gewählter Bundestagsabgeordneter, den Wahlkreis Lörrach-Müllheim

Christoph Hoffmann (FDP), gewählter Bundestagsabgeordneter, den Wahlkreis Lörrach-Müllheim

Zvg / bz Zeitung für die Region

Darüber durfte sich auch Christoph Hoffmann von der FDP freuen. Der Förster und lang­jährige Bürgermeister von Bad Bellingen konnte sein Bundestagsmandat, das er seit 2017 innehat, wiederum über die Landesliste verteidigen. Er war auf Platz 9, und die FDP konnte mit ihren guten 15,3 Prozent in Baden-Württemberg 16 Politikerinnen und Politiker in den Bundestag schicken. Der Wahlkreis Lörrach-Müllheim ist mit drei Bundestagsabgeordneten sehr gut in Berlin vertreten.

Die Grünen punkten in der Universitätsstadt Freiburg

Gerhard Zickenheiner, Bundestagsabgeordnete der Grünnen, Lörrach

Gerhard Zickenheiner, Bundestagsabgeordnete der Grünnen, Lörrach

Zvg / bz Zeitung für die Region

Nicht gereicht hat es dem Lörracher Architekten und amtierenden grünen Bundestagsabgeordneten Gerhard Zickenheiner, der mit 20,6 Prozent chancenlos blieb – auch wenn sein Ergebnis nicht schlecht war. Da er auf der Landesliste der Grünen lediglich auf Platz 23 lag und diese im Land Baden-Württemberg auf für sie enttäuschende 17,2 Prozent kamen, ist seine Karriere als Bundestagsabgeordneter beendet. Nur 14 Grüne der Landes­liste errangen ein Mandat über die Landesliste.

Mehr Glück hatten die Grünen in der Universitätsstadt Freiburg. Dort gelang es ihnen erstmals, mit 28,8 Prozent knapp das Direktmandat vor der ihnen folgenden SPD zu gewinnen. Der amtierende CDU-Bundestagsabgeordnete erhielt lediglich 20,6 Prozent. Bei den Zweitstimmen konnten die Grünen ihr Ergebnis in der Stadt Freiburg mit 36 Prozent um 12,6 Prozentpunkte steigern. In den 19 Umlandgemeinden, die auch zum Wahlkreis gehören, schnitten die Grünen noch immer gut genug ab, sodass es mit den hervorragenden Ergebnissen in der Stadt für das Direktmandat reichte.

Über die Landesliste zog überraschend eine FDP-Kandidatin im Freiburger Wahlkreis in den Bundestag ein, dies, weil die Person vor ihr auf der Liste auf ihr Mandat verzichtet hatte. In den übrigen drei südbadischen Wahlkreisen konnte jeweils die CDU das Direktmandat ge­winnen. In Offenburg gelang dies dem Bundestagspräsidenten Wolfgang Schäuble zum ­vierzehnten Mal, allerdings musste auch er mit 34,9 Prozent herbe Verlust hinnehmen. Er schnitt aber immer noch neun ­Prozentpunkte besser als seine Partei ab.

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