Coronavirus

Schon bald kommt wohl auch die Maskenpflicht für Schüler in den beiden Basel

Am Dienstag entscheidet die Baselbieter Regierung über eine Maskenpflicht bei Schülern.

Am Dienstag entscheidet die Baselbieter Regierung über eine Maskenpflicht bei Schülern.

Seit gestern müssen Lehrpersonen in beiden Basel Masken tragen – doch in der Umsetzung der Regeln unterscheiden sich die Kantone.

Am Sonntagabend erhielten Baselbieter Schulleiterinnen und Schulleiter sowie Lehrpersonen ein E-Mail der Bildungs-, Kultur- und Sportdirektion (BKSD): «Ab sofort gilt Maskentragpflicht in öffentlich zugänglichen Räumen der Schulen für Erwachsene.»

Bereits am nächsten Morgen mussten Lehrpersonen, Eltern und andere Erwachsene auf Gängen, Toiletten, in den Eingangsbereichen von Schulhäusern und auf den Schularealen Masken tragen. «Lehrpersonen können die Maske ablegen, sobald sie sich in den Unterrichts- und Besprechungsräumen befinden und die Distanzregeln eingehalten werden können», heisst es in dem Mail weiter. Und: Man sei sich bewusst, dass die Information sehr kurzfristig erfolge.

Tatsächlich wurde die finale Entscheidung erst einige Stunden zuvor getroffen

«Wir haben uns im Nachgang an die Kommunikation des Bundesrats zum virtuellen Gespräch getroffen», sagt Fabienne Romanens, Mediensprecherin der BKSD. Dies unter Einbezug der amtlichen Kantonalkonferenz der Lehrerinnen und Lehrer, des Lehrerinnen- und Lehrerverbands und der Schulleiterkonferenz sowie in Absprache mit dem kantonsärztlichen Dienst.

Die Maskenpflicht gilt für Kindergärten, Primarschulen und Schulen der Sekundarstufe 1. Dass die Lehrpersonen die Maske im Schulzimmer ausziehen dürfen, wirkt etwas widersprüchlich – geht so nicht der Sinn der Regel verloren? «Das gilt natürlich nur für Situationen, in denen die Abstände eingehalten werden können», erklärt Romanens. Geht die Lehrperson zu einem Schüler an den Schreibtisch, um etwas zu erklären, muss die Maske aufgesetzt werden.

Heute entscheidet die Baselbieter Regierung

Nicht ganz nachvollziehbar scheint auch, dass Schülerinnen und Schüler von der Maskenpflicht ausgeschlossen sind – denn diese gilt nur für Erwachsene. «Wir haben bereits beantragt, dass die Pflicht auch für Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe gelten soll.» Dies in Bereichen, in denen sich Klassen vermischen.

Die Entscheidung trifft aber die Regierung – die Antwort wird nach der heutigen Sitzung erwartet. Die BKSD halte den Schritt für notwendig, um einen nochmaligen Fernunterricht wie vor den Sommerferien zu verhindern. «Der Präsenzunterricht soll so lange wie möglich stattfinden, sodass die Schulen als Begegnungsorte dienen können», sagt Romanens.

Auch im Stadtkanton gelten seit gestern neue Regeln

Wer ein Schulareal der Sekundarstufe 1 betritt, muss Maske tragen – ob Lehrperson oder Schüler. An Primarschulen gilt dies nur für Lehrpersonen. Im Schulzimmer darf aber auch in den Stadtschulen auf eine Maske verzichtet werden, bestätigt Simon Thiriet, Sprecher des Erziehungsdepartements: «Dort gelten die Schutzkonzepte.»

Dazu gehört das Einhalten des Abstands zwischen Klasse und Lehrperson. «Sollte das mal nicht möglich sein, kann es Situationen geben, in denen das Tragen einer Maske sinnvoll ist.» Dass man im Kindergarten auf eine Pflicht verzichtet, erklärt Thiriet damit, dass die Mimik der Lehrpersonen besonders für junge Kinder beim Lernen enorm wichtig sei.

Dies bestätigt auch Pascal Kreuer, Schulleiter der Primarschule Binningen

Man sei daher froh, dass Lehrpersonen die Masken im Unterricht nicht zwingend tragen müssten. «Ausser, es gibt Situationen, in denen man den Abstand über längere Zeit nicht einhalten kann.» Dass nun auch in den Volksschulen die Maskenpflicht gilt, hält Kreuer grundsätzlich für bedauerlich, «aber wir sind der Meinung, dass es diesen Beitrag momentan braucht, und finden den Entscheid deshalb richtig». Nichtsdestotrotz nennt er einen positiven Aspekt: «Die Unsicherheit darüber, die in letzter Zeit herrschte, ob und wann man eine Maske tragen soll, ist nun endlich vorbei.»

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