Riehen
Das umstrittene Stettenfeld: Soll das Gebiet eine Genossenschaft werden?

Mehrere Einwohnerräte von Riehen schlagen vor, die Landeigentümer in einer Genossenschaft zusammenzuführen, um die Entwicklung des Gebiets zu erleichtern.

Tobias Gfeller
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Das grösste offene Baufeld im Kanton: so gross wie fast 25 Fussballfelder.

Das grösste offene Baufeld im Kanton: so gross wie fast 25 Fussballfelder.

Kenneth Nars

Das Gebiet Stettenfeld entlang der Bahnlinie an der Landesgrenze zu Lörrach ist mit 176'000 Quadratmetern – das entspricht fast 25 Fussballfeldern – das grösste offene Baufeld im Kanton Basel-Stadt. 55 Prozent ist Bauland, 35 Prozent Grünfläche und zehn Prozent ist für Sport und Freizeit vorgesehen. Um diese Aufteilung wurde jahrelang gestritten.

Genauso umstritten ist die im vergangenen Jahr unter Einbezug der Bevölkerung lancierte räumliche Entwicklung des Gebiets, was wo entstehen soll. Dass mehrere Dutzend Landeigentümerinnen und Landeigentümer aufeinandertreffen, macht die Sache ungemein schwierig. Riehens SP-Co-Präsident und Einwohnerrat Martin Leschhorn schlägt deshalb in einem Vorstoss vor, sämtliche Landeigentümerinnen und Landeigentümer in einer Genossenschaft unter der Leitung der Gemeinde zusammenzuführen, um die Entwicklung zu erleichtern.

Anteilsscheine gemäss Landfläche

Erstmals aufgeworfen hatte die Idee der Riehener Rudolf Hopmann in einem Gastbeitrag in der Lokalzeitung. Martin Leschhorn sieht in der Bildung einer Genossenschaft die Chance, mögliche Interessenkonflikte frühzeitig zu unterbinden.

«Das Stettenfeld hat eine extrem fragmentierte Parzellenlandschaft, was die Entwicklung erschwert. Eine Genossenschaft böte die Möglichkeit, die unterschiedlichen Interessen zu kanalisieren und viel eher zu einer Einigkeit zu kommen.»
Martin Leschhorn sitzt für die SP im Riehener Einwohnerrat.

Martin Leschhorn sitzt für die SP im Riehener Einwohnerrat.

Kenneth Nars

Die Landeigentümerinnen und Landeigentümer, zu denen auch der Kanton Basel-Stadt und die Gemeinde Riehen gehören, würden gemäss ihren Landflächen Anteilsscheine an der Genossenschaft besitzen. Mit der Gründung einer Genossenschaft entstünde automatisch auch ein Gefäss, das den Austausch der verschiedenen Interessengruppen vereinfachen würde, glaubt Leschhorn. «Es hat dann nicht jeder nur noch seinen Fleck Erde im Kopf, sondern das grosse Ganze.»

Der SP-Einwohnerrat ist sich aber bewusst, dass eine Genossenschaft das heikle Dossier Stettenfeld nicht gänzlich entschärfen würde. «Die Interessen und Wünsche gehen nicht nur bei den Landeigentümerinnen und Landeigentümern auseinander, sondern im ganzen Dorf und zum Beispiel auch bei uns in der Partei.»

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