Dornach

Pionierprojekt oder nur Verwechslung? Diesel- anstatt Elektrofahrzeuge beim Abfalleinsammeln

Die Müllabfuhr in Dornach ist derzeit ein grosses Rätsel.

Die Müllabfuhr in Dornach ist derzeit ein grosses Rätsel.

In Dornach sollen immer wieder Diesel- anstatt Elektrofahrzeuge beim Abfalleinsammeln eingesetzt worden sein. Warum, weiss niemand.

Es ist ein prestigeträchtiges Pionierprojekt: Seit Juli letzten Jahres wird im ganzen 32 Gemeinden umfassenden Verbreitungsgebiet der Kehrichtbeseitigung Laufental-Schwarzbubenland AG (Kelsag) der Abfall mit elektrisch angetriebenen Müllwagen entsorgt. Dafür im Auftrag der Kelsag zuständig ist die Arbeitsgemeinschaft TIT Imhof AG und Bieli Transport AG, deren elektrische Flotte zwei Kehrichtfahrzeuge und ein Hakenfahrzeug umfasst.

Nun wurden in der Vergangenheit in Dornach trotzdem wiederholt dieselbetriebene Fahrzeuge beim Einsammeln von Abfall gesichtet und von der Bevölkerung den Behörden gemeldet. So gelangte ein Antrag an den Gemeinderat, dass Dornach sich als Aktionärsgemeinde auf den Standpunkt stellen sollte, dass die Sammlungen mit den ausgeschriebenen E-Fahrzeugen zu erfolgen hätten. Am Montag der vergangenen Woche beschloss der Gemeinderat anlässlich seiner Sitzung, bei der Kelsag diesbezüglich vorstellig zu werden.

Der Einfluss der Gemeinde ist beschränkt

Begründet wird dies damit, dass «die Aktionärsgemeinden in ihrer Ausschreibung als Zuschlagskriterium aufgeführt haben, dass der gesamte Fuhrpark, also auch Reservefahrzeuge, elektrisch betrieben werden muss», wie der Dornacher Gemeinderat auf der Website der Gemeinde schreibt.

Ganz so strikte Worte wählt Thomas Gschwind nicht. Der für den Bereich Umwelt, Verkehr und Energie zuständige Gemeinderat sagt: «Es ist nicht so gedacht, dass nur, sondern auch Elektrofahrzeuge bei der Kehrichtbeseitigung eingesetzt werden dürfen.»

Er fügt aber gleichzeitig an: «Als Gemeinde wollen wir natürlich, dass so viele Elektrofahrzeuge wie möglich zum Einsatz gelangen.»

Der Einfluss Dornachs auf den Einsatz der Fahrzeuge ist allerdings beschränkt. «Wir können nur als Aktionärsgemeinde vorstellig werden», gibt Gschwind zu Protokoll und ergänzt, dass die Sache bei der nächsten Ausschreibung aber durchaus ins Gewicht fallen könnte. Der Beschluss, die Kelsag anzuschreiben, ist also gefällt worden. Ob das Schreiben bereits abgeschickt wurde, konnte Thomas Gschwind nicht sagen.

Auch die Entsorgungsfirma hat keine Erklärung

Esther Grond, Leiterin Verwaltung bei der Kelsag, bestätigte aber auf Anfrage, dass bis letzten Freitag kein Schreiben aus Dornach eingetroffen ist. Bei der Bieli Transport AG zeigt man sich derweil überrascht, als man von der Dornacher Unzufriedenheit erfährt.

«Ich weiss es nicht», meint ein verblüffter Michael Sturzenegger auf die Frage der bz, wieso auf den Strassen der Gemeinde immer wieder dieselbetriebene Fahrzeuge beim Einsammeln des Kehrichts gesichtet worden seien. «Ich kann es mir nur damit erklären, dass eine Verwechslung vorliegt», so der Bieli-Regionalleiter.

Denn für die Karton- und Papiersammlung werden weiterhin dieselbetriebene Fahrzeuge verwendet, während für die Kehrichtabfuhr die elektrischen zum Einsatz kommen.

Elektrische Abfuhr steckt noch in den Kinderschuhen

Michael Sturzenegger verhehlt nicht, dass es in der Vergangenheit einmal zum Ausfall eines Elektrofahrzeugs gekommen war und dieses kurzzeitig durch ein Dieselfahrzeug ersetzt werden musste. «Es ist ein ambitioniertes Projekt, das noch in den Kinderschuhen steckt. Deshalb können Rückschläge immer wieder mal vorkommen», erklärt er und betont: «Seither ist der Abfall in Dornach aber stets mit elektrischen Müllwagen abgeholt worden.»

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