Persönlich
Never ending Klebespass zur EM

Kaufen, tauschen, kleben. Der Panini-Spass ist wieder zurück und schlägt altersunabhängig ein.

Lea Meister
Lea Meister
Merken
Drucken
Teilen
Der grosse Tauschspass geht in die nächste Runde. Da die EM 2020 um ein Jahr verschoben wurde, beginnt das Panini-Fieber im Hinblick auf die EM im Sommer jetzt so richtig. Die Zutaten: Das Heft, die Doppelten und die Liste mit den noch fehlenden Bildchen.

Der grosse Tauschspass geht in die nächste Runde. Da die EM 2020 um ein Jahr verschoben wurde, beginnt das Panini-Fieber im Hinblick auf die EM im Sommer jetzt so richtig. Die Zutaten: Das Heft, die Doppelten und die Liste mit den noch fehlenden Bildchen.

Lea Meister

Es gibt sie alle zwei Jahre an jedem Kiosk, in jedem Supermarkt und vor allem: auf jedem Schulhof. Panini-Bildchen. Es wird getauscht, «tätschlet», wie man das in Zürich nennt oder «blöslet», wie es früher auf baselstädtischen Schulhöfen gemacht wurde.

Ich gebe zu, ich bin mittlerweile 30 Jahre alt und sammle sie immer noch. Weshalb? Weil es als eingefleischter Fussballfan einfach Spass macht. Die kleinen Dinge fühlen sich noch genau gleich an wie damals: Der Geruch eines frisch geöffneten Päckchens, das Heft, wie es mit jedem eingeklebten Bildchen schwerer wird, der kompetitive Reiz des Tauschens.

Ist das normal?

Mein Freund und ich waren kürzlich bei meinen Eltern zu Besuch. Im Gepäck: Das Panini-Heft. Mein Freund setzt sich im Garten in den Liegestuhl neben meinen Vater und beginnt, Bildchen einzukleben. Mein Vater schweigt. Stunden später fragt er meine Mutter, ob das normal sei, wenn Erwachsene Menschen Panini-Bildchen einkleben.

Ja, Papi, ist es. So hat man mich letzten Sonntag auf einer grossen Wiese in der Sonne angetroffen, zusammen mit meinem Panini-Heft, den noch einzuklebenden und der Liste aller noch fehlenden Bildchen. «So toll, du sammelst auch? Hätte ich das nur gewusst, dann hätte ich meine Bildchen auch mitgenommen», nervte sich ein Bekannter. 36 Jahre alt ist er und den Grossteil seiner Bildchen «tüschlet» er in der Primarschule, wo er als Lehrer arbeitet.