Kommentar
Vielleicht brauchts den Kantönligeist, um Vorreiter bei Klimafragen zu sein

Die Basler LDP lanciert einen Vorstoss zur freiwilligen Abgabe auf Flugtickets, um den CO2-Ausstoss zu kompensieren. Für die Regierung ein Weg, um fortschrittlich zu bleiben.

Silvana Schreier
Silvana Schreier
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Freiwilliger Beitrag: Bereits heute können Fliegende über verschiedene Plattformen mit einem Geldbetrag den verursachten CO2-Ausstoss des Fluges kompensieren. Das soll weiter gefördert werden.

Freiwilliger Beitrag: Bereits heute können Fliegende über verschiedene Plattformen mit einem Geldbetrag den verursachten CO2-Ausstoss des Fluges kompensieren. Das soll weiter gefördert werden.

Roland Schmid

Eigentlich will der Kanton Basel-Stadt eine Vorreiterrolle in Klimafragen ausüben. Nicht umsonst rief der Grosse Rat am 20. Februar 2019 den Klimanotstand aus und setzte eine Spezialkommission Klimaschutz ein. Das als «Kantönligeist» abgetane Engagement schaffte es bisher nicht, die erwartete Wirkung zu erzielen.

Nun, nach der Ablehnung des nationalen CO2-Gesetzes steht wiederum Kantönligeist auf dem Programm. Die Basler LDP wollte schon vor zwei Jahren intervenieren und eine freiwillige Flugticketgebühr zur CO2-Kompensation fordern. Sie wartete aufgrund der bevorstehenden Abstimmung aber ab. Jetzt treten die Liberalen mit ihrer Forderung in Form eines Vorstosses an die Regierung heran.

Das bringt Basel-Stadt in Bedrängnis: Denn offensichtlich ist die Bereitschaft, als Pionierkanton voranzugehen, vorhanden. Jedoch scheint es für die Regierung fast unmöglich, über den Verwaltungsrat des Euro-Airports Einfluss zu nehmen. Und doch: Will Basel-Stadt fortschrittlich sein, reichen ein paar Elektrofahrzeuge für die Stadtreinigung eben nicht. Eine freiwillige Abgabe auf Flugtickets wäre da eine vertretbare Massnahme.

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