Old-Boys-Halle 

Kein Denkmal für den Tennis-Star in Basel? Pläne zur Roger-Federer-Halle jäh gestoppt

Zwei Ballone einer Protestaktion: Hier hätte die Halle zu stehen kommen sollen.

Zwei Ballone einer Protestaktion: Hier hätte die Halle zu stehen kommen sollen.

Die Baurekurskommission heisst die Beschwerde der Anwohner gut. Damit kommen die Pläne, dem grössten Tennis-Star der Schweiz ein Denkmal zu setzen, zu einem jähen Ende.

Noch bis Mittwochabend hatte alles danach ausgesehen, dass Roger Federer doch bald Eingang in die Basler Nomenklatur finden könnte. Keine Strasse zwar, und auch nicht die St. Jakob-Arena soll an den berühmtesten Sohn der Region erinnern. Aber immerhin ein Tennisplatz auf der Sportanlage des Tennisclubs Old Boys, dem Verein, dem der Star die Treue hält. Die Federführung für das Neubau-Projekt auf der Schützenmatte liegt beim ehemaligen Profi Marco Chiudinelli. Roger Federer hatte seinem Jugendfreund einen namhaften Beitrag dafür versprochen. Daraus wird nun vorerst nichts.

Wie die «Schweiz am Wochenende» am vergangenen Samstag berichtete, wehren sich Anwohner gegen die neue Halle. Sie haben Rekurs gegen den Bauentscheid des Bau- und Gastgewerbeinspektorats eingelegt. Mit überraschendem Erfolg: Gestern hiess die Rekurskommission die Beschwerde gut, wie aus einem Dokument hervorgeht. Das dreiseitige Papier liegt der bz vor. Es handelt sich dabei um ein Dispositiv; die schriftliche Begründung fehlt noch. Im Schreiben heisst es: «Es wird festgestellt, dass es in Bezug auf den Aspekt des zulässigen Nutzungsmasses einer Entscheidung des Planungsträges bedurft hätte.» Und: Der Bauentscheid sei aufgehoben.

Gespräche zwischen den Parteien verliefen ergebnislos

Bei Beschwerdeführer Daniel Boerlin ist die Freude gross. «Dass der Rekurs vollständig gutgeheissen wurde, ist ein grosser, wenn auch für mich etwas unerwarteter Erfolg», sagt er. Viel mehr könne er zum jetzigen Zeitpunkt selber gar nicht sagen. Auch er müsse nun die schriftliche Begründung des Urteils abwarten.

Den Anwohnern war vor allem die Dimension des Neubaus ein Dorn im Auge. Die Halle sollte 7,5 Meter hoch sein, die Scheinwerfer 20 Meter. Zur Begehung der Rekurskommission hatten sie deshalb Ballons steigen lassen, welche die Höhe der neuen Spielstätten verdeutlichen sollten. Die Rekurrenten beanstanden darüber hinaus formelle Fehler bei der Eingabe: Von einer fehlenden Bautafel war die Rede bis zur Verfassungswidrigkeit der Zone, in der die Sportanlage ist.

Verhandlungen zwischen den Anwohnern und dem Tennisklub endeten ergebnislos. «Ich kann die Halle nun mal nicht durchsichtig machen», sagte Marianne Bernet, Präsidentin des Tennisklubs Old Boys, vergangene Woche gegenüber dieser Zeitung. Damals gab sie sich noch optimistisch: «Wir brauchen diese Halle. Und wir werden sie bauen.»

Nach dem Entscheid war niemand für eine Stellungnahme erreichbar. Den Verantwortlichen beim Tennisclub bleibt nun die Möglichkeit, den Entscheid der Baurekurskommission am Verwaltungsgericht anzufechten.

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