Interpellation
Impfbus macht um Riehen und Bettingen (noch) einen grossen Bogen

Der Riehener FDP-Einwohnerrat Carol Baltermia kritisiert Kanton und Gemeinderat, weil der Impfbus nicht in Riehen Halt macht.

Tobias Gfeller
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Am Montag stand der Basler Impfbus erstmals im Einsatz beim Biozentrum.

Am Montag stand der Basler Impfbus erstmals im Einsatz beim Biozentrum.

Nicole Nars-Zimmer

Der Basler Impfbus sei gut angelaufen, die Nachfrage gross, verkündete das Gesundheitsdepartement in den vergangenen Tagen. Dass in den bisherigen Planungen kein Halt in Riehen und Bettingen vorgesehen ist, ruft nun die dortige Politik auf den Plan. FDP-Einwohnerrat Carol Baltermia hat für die kommende Parlamentssitzung am kommenden Mittwoch eine Interpellation eingereicht, in der er vom Riehener Gemeinderat unter anderem wissen will, ob dieser in die Planungen des Impfbusses miteinbezogen worden ist.

Für Baltermia wäre es eine verpasste Chance, wenn wie aktuell gemäss Liste des Gesundheitsdepartements Aussenquartiere wie das Bruderholz, Kleinhüningen und eben die Gemeinden Riehen und Bettingen vom Impfbus nicht angefahren würden.

«Die Impfung ist der Königsweg aus der Pandemie. Wenn man schon ein so niederschwelliges Angebot wie den Impfbus hat, mit dem man zu den Leuten fahren kann, muss man dies auch richtig ausnützen.»

Keine Impfmöglichkeit in Bettingen

Gerade aus den Aussenquartieren Riehen und Bettingen sei es für immobile Menschen schwierig, ins Impfzentrum zur Messe zu kommen, gibt Carol Baltermia zu bedenken. Und in Riehen bietet gemäss Liste des Gesundheitsdepartements nur gerade eine Apotheke im Dorfzentrum Impfungen an. In Bettingen gibt es gar keine Impfmöglichkeit. In beiden Gemeinden bietet keine Arztpraxis Impfungen an.

Riehens Gemeindepräsident Hansjörg Wilde (parteilos) findet es nicht tragisch, dass bisher kein Halt in Riehen vorgesehen war. Mit der Apotheke im Dorf, die Erst- und Zweitimpfungen anbietet, sei Riehen gut bedient und jene Menschen, die nicht so mobil sind, hätten so eine gute Möglichkeit, sich impfen zu lassen. Wilde begrüsst den Impfbus für spontane Impfwillige, glaubt aber nicht, dass dies für Riehen unbedingt nötig ist. Zudem finde er es unverständlich, dass im Impfbus nur Erstimpfungen angeboten werden.

«So müssen die immobilen Menschen für die zweite Impfung trotzdem einen weiten Weg auf sich nehmen.»

Platzverhältnisse spielen eine Rolle

Gemäss Anne Tschudin, Sprecherin des Gesundheitsdepartements, ist es nicht ausgeschlossen, dass der Impfbus doch noch Halt in Riehen macht. Man sei dafür noch in Abklärungen. «Dass wir den Standort Riehen bisher nicht detaillierter planen und mitteilen konnten, hat mit der Gesamtplanung und den nötigen Abklärungen zu tun. Es gab bis kurz vor Start noch Feinabstimmungen und Änderungen.»

Bei der Wahl der Standorte sei eine Mischung aus zentralen Standorten und Aussenstandorten massgebend, unter Berücksichtigung der Platzverhältnisse, schreibt Tschudin. Zudem hätten sich einige Organisationen auch direkt beim Kanton gemeldet und ihr Interesse an einer mobilen Impfmöglichkeit platziert.

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