Internationaler Frauentag
Die Polizei riegelte erst ab und zog sich dann zurück: Rund 800 Basler Frauen demonstrierten in der Innenstadt

Zur Feier des Internationalen Frauentags gingen Hunderte Baslerinnen am Montagabend auf die Strasse. Zuvor färbten Aktivistinnen eine Muschel-Plastik der Novartis rosa ein.

Silvana Schreier und Lea Meister
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Der «Feministische Streik Basel» sowie andere Gruppen von Aktivistinnen und Aktivisten riefen zur Demonstration zu Ehren des heutigen Frauentags auf. Ab 18 Uhr versammelten sich die Teilnehmenden auf dem Theaterplatz. Die Kundgebung war unbewilligt.

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Silvana Schreier

Muschel-Plastik ist jetzt rosa

In der Nacht auf Montag bemalten Aktivistinnen zudem ein Kunstwerk auf dem neuen Novartis-Campus. Die eigentlich hellgrüne Muschel-Plastik der Künstlerin Katharina Fritsch wurde rosa eingefärbt, wie die Nachrichtenagentur sda berichtet. Das Werk befindet sich an der Fassade am Rheinufer auf Grossbasler Seite.

Fritsch wollte die Muschel ursprünglich in rosa der Novartis abgeben, sagte sie 2017 in einem Interview mit der Kunstzeitschrift «Parkett». Für den Pharmakonzern kam dies allerdings nicht in Frage: Laut «sda» sei die Farbe als «zu erotisch konnotierbar» empfunden worden.

Seit Montagnacht ist die hellgrüne Muschel-Plastik der deutschen Künstlerin Katharina Fritsch rosa.

Seit Montagnacht ist die hellgrüne Muschel-Plastik der deutschen Künstlerin Katharina Fritsch rosa.

Keystone

Nach 18 Uhr meldete sich erstmals die Polizei zu Wort: «Sie nehmen an einer unbewilligten Demo teil. Bei Störungen der öffentlichen Sicherheit oder Sachbeschädigungen müssen sie damit rechnen, dass die Polizei gehen sie vorgeht», so die Durchsage.

Die Versammelten bewegten sich nicht. Die Zahl der Anwesenden stieg relativ rasch und wurde kurz nach 18 Uhr auf etwa 400 geschätzt. Um 18.30 Uhr setzte sich der Demonstrationszug in Bewegung:

Der Demonstrationszug hielt gegen 18.45 Uhr unter dem Heuwaage-Viadukt an. Die Polizei sperrte indes die Steinenvorstadt ab. Allem Anschein nach wollten die mittlerweile rund 800 Frauen in die Steinenvorstadt laufen. «Die Polizei versperrt den Weg, darum suchen wir uns einen anderen», hörte man aus der Menge.

Die Polizei riegelt die Steinenvorstadt ab.

Die Polizei riegelt die Steinenvorstadt ab.

Silvana Schreier

Die Absperrung schien die Stimmung nicht getrübt zu haben:

Anschliessend setzte sich die Menge wieder in Bewegung und begab sich zurück in Richtung Theater. Die Polizei blockierte derweil den Durchgang Richtung Bankverein. Auch rund um den Barfüsserplatz und die Freie Strasse wurde abgeriegelt.

Es standen schätzungsweise 60 schwer ausgerüstete Polizistinnen und Polizisten im Einsatz. Der Demonstrationszug lief weiter in Richtung Spiegelhof, wo die Polizei bereits abgeriegelt hatte:

Silvana Schreier

Die Polizistinnen und Polizisten fuhren daraufhin in Kastenwägen in Richtung Unispital. Die Stimmung war aufgeheizt. Der Demonstrationszug lief weiter zum Petersplatz:

Silvana Schreier

Vor dem Unispital applaudierten die Frauen für das Pflegepersonal:

Das Polizeiaufgebot war unterdessen deutlich kleiner geworden. Zwischen dem Unispital und dem Petersplatz wurden Reden gehalten. Auf dem Petersplatz löste sich die Kundgebung kurz nach 20 Uhr auf.

Silvana Schreier