Reigoldswil und Bubendorf

Frenkentäler: Pläne für Feuerwehr-Fusion neu befeuert

Das Feuerwehrmagazin in Reigoldswil soll wegen baulicher Mängel mittelfristig abgerissen werden.

Feuerwehr Reigoldswil

Das Feuerwehrmagazin in Reigoldswil soll wegen baulicher Mängel mittelfristig abgerissen werden.

Der Gedanke einer regionalen Feuerwehr beider Frenkentäler soll wieder aufgenommen werden.

Fritz Sutter, Gemeinderat von Reigoldswil, möchte einer schon älteren Idee neuen Schub verleihen. Die beiden Frenkentäler sollen eine gemeinsame Feuerwehr mit Standort Bubendorf bilden (bz vom Montag). Anstoss für Sutters Überlegung ist das bestehende Feuerwehrmagazin in Reigoldswil, das wegen baulicher Mängel mittelfristig abgerissen wird.

«Müssen wir um jeden Preis bei uns ein neues Feuerwehrmagazin bauen? Oder gibt es eine andere Lösung?», fragt sich Sutter, für den es jetzt «keine schlechte Idee» wäre, wieder einmal einen Anlauf zu nehmen. Der jetzige Gemeinderatsvize und designierte Gemeindepräsident von Reigoldswil steht auch dem 2018 gegründeten Verein Region Liestal Frenkentäler Plus mit elf Mitgliedskommunen vor und macht sich deshalb für die Regionalisierung stark.

Für eine Regionalfeuerwehr beider Frenkentäler existiert noch kein Projekt. Auch ist offen, welche Gemeinden sich daran beteiligen würden. Fritz Sutter betont, dass dieser Gedanke nicht auf seinem Mist gewachsen sei, sondern schon längere Zeit herumgeistere. «Ich bin mir bewusst, dass es schwierig ist, etwas Gemeinsames zu realisieren», meint er. Es sei aber zu hoffen, dass die Basellandschaftliche Gebäudeversicherung (BGV) ebenfalls diese Linie verfolge und «einzelnen Feuerwehren in jedem Kaff nicht mehr alles bezahlt».

Damit rennt der Reigoldswiler offene Türen ein. Der Baselbieter Feuerwehrinspektor Werner Stampfli ist Sutters Vorschlag «überhaupt nicht abgeneigt». Für ihn und die BGV gehen alle Formen von Regionalisierung in die richtige Richtung. Stampfli denkt sogar noch einen Schritt weiter: «Wenn man den Mut hat, beide Frenkentäler zusammenzuschliessen, dann hätte ich persönlich auch den Mut, gleich noch Liestal, Lausen und Frenkendorf dazu zu nehmen und daraus eine Regionalfeuerwehr zu schaffen.» Aus einsatztaktischen und wirtschaftlichen Gründen ist das denkbar. Aber politisch sei dies sehr heikel, weiss der Feuerwehrinspektor.

Für diesen stellen sich weitere Fragen: Welche Rolle haben die Gemeinden, welche die Gebäudeversicherung? Wer bezahlt was? Der Standort des Feuerwehrmagazins müsse gut gewählt sein; in welcher Gemeinde, sei sekundär. Werner Stampfli kann derzeit keine weiteren Auskünfte erteilen. Er weist auf das «Projekt 2025» hin, das ein Runder Tisch erarbeitet hat. Das Papier liegt derzeit bei der Regierung und wird demnächst einen Regierungsratsbeschluss auslösen.

Das Vorhaben einer Feuerwehr Tal mit Gemeinden des Waldenburgertals existierte bereits in den Köpfen. Eine Lösung mit beiden Frenkentälern wäre eine Weiterentwicklung. Für Stampfli ist klar, dass eine solche Feuerwehr «massiv teurer» wäre als eine einzelne, aber die Kosten würden auf viel mehr Schultern verteilt. Bei neuen Gebilden müssten die bestehenden Verbundfeuerwehren ihre Zusammensetzung neu aushandeln. Zu kompliziert? Das sei zwar nicht einfach, «aber man findet immer einen Weg, wenn man will». Der Feuerwehrinspektor spricht sogar von der Möglichkeit, dass das «Projekt 2025» via Gesetzesänderung umgesetzt werden könnte.

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