Bundesasylzentrum

Ein Jahr nach neuem Asylgesetz: Kritik an Flüchtlingszentrum Bässlergut

3 Rosen gegen Grenzen (Symbolbild)

3 Rosen gegen Grenzen (Symbolbild)

Ein Jahr Asylgesetz: Die Gruppe «3 Rosen gegen Grenzen» macht auf die Zustände im Asylzentrum Bässlergut aufmerksam.

Vor fast genau einem Jahr wurde das neue Asylgesetz eingeführt. Darin ist seit dem 1. März 2019 etwa die Unterbringung der Asylsuchenden in den Verfahrenszentren geregelt. Ein solches Bundesasylzentrum befindet sich auf Basler Boden, direkt neben dem Gefängnis Bässlergut an der Freiburgerstrasse. Dort leben laut Staatssekretariat für Migration 250 Personen – zwei Drittel davon sind Männer.

Pünktlich zum Jahrestag des Asylgesetzes melden sich Kritiker zu Wort. Die Gruppe «3 Rosen gegen Grenzen» prangert in einer Mitteilung die Zustände im Basler Bundesasylzentrum an. Die Gruppe entstand im Frühling 2019 und wehrt sich gegen Ausschaffungen und rassistische Polizeikontrollen. Zwei Mitglieder, die anonym bleiben möchten, konkretisieren die Stellungnahme: «Vieles von der vor einem Jahr vorgebrachten Kritik hat sich bewahrheitet. So hat mit der Einführung des neuen Asylgesetzes die Anzahl Untergetauchte zugenommen und die Zustände in den Zentren haben sich verschlechtert.»

«Das Zentrum ist eher ein Gefängnis»

Der Mitteilung sind drei Briefe von ehemaligen oder aktuellen Bewohnern des Basler Bundesasylzentrums beigelegt. «Wir möchten die Stimmen der Betroffenen nach aussen tragen», sagt ein Gruppenmitglied. In einem Brief wird geschildert, dass es zu wenig zu essen gebe und stets dieselben Gerichte gekocht würden. «Der unzureichende Ernährungsplan führt insbesondere bei Kindern zu Magenbeschwerden und hat einen negativen Einfluss auf ihre Entwicklung», schreiben die Asylbewerber.

Weiter wird die Schlafsituation erwähnt: Auch wenn die Asylsuchenden nicht dieselbe Sprache sprechen und sich nicht verstehen würden, müssten sie im selben Raum leben. Einzelpersonen müssten sich das Zimmer mit bis zu zwölf anderen Personen teilen. «Das Zentrum ist eher ein Gefängnis als ein Flüchtlingslager», schreibt eine Gruppe aus Asylbewerbern.

Für die Gruppe «3 Rosen gegen Grenzen» ist die Situation im Bundesasylzentrum unhaltbar. Darum wurden konkrete Forderungen aufgestellt: Kein unbegründetes Durchsuchen der Zimmer mehr, keine Eingangskontrollen mehr und keine Massenunterkünfte mehr. «Das neue Asylgesetz ist dafür da, Druck auf die Asylbewerber auszuüben. Wenn wir nun mit der Beschreibung der Zustände und unseren Forderungen an die Öffentlichkeit gehen, wollen wir Druck ausüben auf die Behörden», erklärt ein Mitglied der Gruppe.

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