Digital in die Zukunft
Lehren aus der Krisenzeit: Universität Basel will auch nach der Pandemie digital unterrichten

Die skuba stellte zum Semesterstart einige Forderungen – Sie will keine Videoüberwachung, dafür aber hybride Veranstaltungen. Nun hat die Universität reagiert.

Helena Krauser
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Das universitäre Leben findet derzeit vor allem vor den Bildschirmen statt.

Das universitäre Leben findet derzeit vor allem vor den Bildschirmen statt.

Bild: Juri Junkov

Mit dem Frühlingssemester startet die Universität im März in das 3. Semester unter besonderen Bedingungen. Das Semester startet voller Ungewissheiten. Noch immer ist nicht klar, wann das universitäre, aber auch das öffentliche und private Leben wieder wie gewohnt stattfinden kann. Angesichts der aussergewöhnlichen Umstände verfasste die studentische Körperschaft der Universität Basel (skuba) eine Liste mit Forderungen für das neue Semester und die Zukunft der Lehre. Nun hat die Universität reagiert.

Die Studierenden fordern unter anderem Planungssicherheit, sie wollen die Onlineprüfungen ohne Überwachung schreiben und möchten, dass die digitalen Errungenschaften nach der Pandemie in den Regelbetrieb übernommen werden.

Vor allem das Einschalten der Kameras während Vorlesungen und insbesondere bei Onlineprüfungen sorgte für Diskussionen. Nachdem einige Dozierende kommunizierten, dass sie genug davon hätten, in den schwarzen Bildschirm hinein zu dozieren, teilte die skuba mit, dass sie mit einer Kamerapflicht nicht einverstanden sei. «Die skuba möchte keine Ausschlüsse aus Lehrveranstaltungen, wenn die Studierenden die Kamera während der Veranstaltung nicht anschalten können oder möchten.» Begründet wird dies damit, dass Studierende nicht gezwungen sein sollten, ihre privaten Räumlichkeiten zu zeigen und dass nicht alle eine ausreichend gute Internetverbindung zur Verfügung hätten, um eine laufende Kameraverbindung von mehr als 10 Teilnehmenden zu unterstützen.

Studierende können Prüfungen auch vor Ort schreiben

Ausserdem möchte die skuba keine Videoüberwachung bei Onlineprüfungen, um Schummeleien zu verhindern. Stattdessen fordert sie, dass die Art der Prüfungen angepasst wird, hin zu mehr Open-Book-Prüfungen, sowie Essays und mündlichen Leistungsnachweisen.

Der Mediensprecher der Uni, Matthias Geering, weist in diesem Zusammenhang auf eine Ausweichmöglichkeit für diejenigen Studierenden, die ihre Kamera nicht einschalten wollen, hin: «Wenn die Universität Basel bei einer schriftlichen Online-Prüfung auf das Einschalten der Kamera besteht, so bietet sie immer auch eine Alternative an: Die Studierenden können die Prüfung in Präsenz an der Universität absolvieren, wenn sie das möchten.» Das würde bereits in der Vergangenheit so angeboten und von einigen wenigen Studierenden auch genutzt, so Geering.

Er begründet die generelle Überwachung per Video damit, dass Prüfungen fair und vergleichbar sein sollen: «So, wie es in den Prüfungsräumen Aufsichtspersonen gibt, so soll auch bei Online-Prüfungen festgestellt werden, ob sich die Studierenden an die Vorgaben halten.»

Die skuba begrüsst diese Alternative, findet aber, die Studierenden sollten aktiv über diese Möglichkeit informiert werden. «Generell wünschen wir uns für Onlineprüfungen aber mehr Open-Book-Prüfungen oder Essays, die innerhalb eines bestimmten Zeitraums abgegeben werden müssen, um Videoüberwachungen bei Onlineprüfungen von vorneherein zu vermeiden», so Alissa Ditten, vom Ressort Lehre und Qualitätssicherung der skuba.

Infrastruktur im Kollegienhaus modernisiert

In Bezug auf den Wunsch nach digitalem Fortschritt kommt die Universität den Wünschen der Studierenden entgegen: «Gerade bei grossen Vorlesungen zeigt sich, dass sich die Studierenden zumindest ein Lecture Recording wünschen. Online- und Hybridveranstaltungen werden auch nach Corona einen wichtigen Bestandteil der Lehre ausmachen.»

Die Universität Basel habe ausserdem die Infrastruktur im Kollegienhaus in den vergangenen Monaten modernisiert, damit Aufzeichnungen einfacher möglich sind, so Geering. Digitale Angebote will die Universität in Zukunft insbesondere dann einsetzen, wenn sie einen Mehrwert gegenüber Präsenzangeboten aufweisen.

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