Gesundheit
Das Tropeninstitut soll nationales Pandemiezentrum werden

Die Basler Ständerätin Eva Herzog (SP) setzt sich dafür ein, dass das Swiss TPH einen vergleichbaren Status wie das Robert-Koch-Institut in Deutschland erhält.

Hans-Martin Jermann Jetzt kommentieren
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Das Tropeninstitut soll ein nationales Pandemiezentrum werden.

Das Tropeninstitut soll ein nationales Pandemiezentrum werden.

Kenneth Nars

Das Tropeninstitut oder «Tropeli», wie das Schweizerische Tropen- und Public-Health-Institut gemeinhin noch immer genannt wird, ist für viele Baslerinnen und Basler jener Ort, wo man sich vor einer längeren Auslandreise impfen und medizinisch beraten lässt. Was viele nicht wissen: Das Swiss TPH zählt zu einer der weltweit führenden Institutionen im Bereich Public Health. Diese besondere Stellung soll nun weiter aufgewertet werden: Die Basler Ständerätin Eva Herzog (SP) will sich in Bundesbern dafür einsetzen, dass das Swiss TPH den Status als nationales Kompetenzzentrum für Epidemien und Pandemien erhält, vergleichbar etwa mit dem Robert-Koch-Institut in Deutschland.

Das Tropeninstitut bestätigt, dass die Bestrebungen schon länger in diese Richtung gehen. Ein erster Schritt war die Integration des Instituts für Sozial- und Präventivmedizin der Universität Basel im Jahr 2010. Durch Corona hat die Frage aber eine neue Aktualität und Dringlichkeit erhalten.

In der Schweiz fehlte während der Pandemie ein nationales Kompetenzzentrum mit Ausführungs- und Umsetzungsverantwortung, was verschiedentlich kritisiert wurde. Nun sei der Moment da, die Pläne voranzutreiben. «Das Swiss TPH hat das Rezept, quasi den Bauplan dafür, wie wir uns aufstellen müssen für gesundheitliche Krisen. Man muss nichts Neues auf die Beine stellen», stellt Herzog klar. Sie habe verschiedenste Ideen und Konzepte gelesen, die aktuell wie Pilze aus dem Boden schiessen. Dabei sei sie immer zum selben Schluss gekommen: «Das gibt es bereits in Basel.» Schliesslich ist das Swiss TPH auch in der aktuellen Pandemie an zahlreichen Projekten beteiligt.

Medizinische Dienstleistungen und Forschung in einem Haus

Das Ansinnen Herzogs hat wohl reelle Chancen. Es gibt in der Schweiz keine zweite Institution mit einer derart breiten und praxisorientierten Expertise im Bereich Public Health. Im Gegensatz zu den Universitäten ist das Tropeninstitut zudem von der Erforschung neuartiger Arzneimittel über das Testen bis hin zur praktischen Umsetzung an der gesamten Wertschöpfungskette beteiligt, national wie international. Diese Sonderstellung ist breit anerkannt; der Schweizerische Wissenschaftsrat schreibt, das Institut habe für die Schweiz eine geradezu essenzielle Stellung. Eva Herzog wurde im Juni 2021 ins Kuratorium des Instituts gewählt und soll 2023 dessen Präsidentin werden. Das Swiss TPH, das aktuell seinen Neubau in Allschwil bezieht, wurde 1943 gegründet, beschäftigt 850 Mitarbeitende und hat Studierende aus mehr als 80 Nationen.

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