Notkredite

Corona: Wirtschaft leidet, BLKB steht parat, aber der Kanton Baselland wartet zu

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Basel-Stadt prescht vor. Als erster Kanton der Schweiz hat die Basler Regierung gestern drei Kernmassnahmen definiert, wie dem darbenden Gewerbe unter die Arme gegriffen werden kann. Doch auch auf dem Land leiden die kleineren und mittleren Unternehmen unter den Auswirkungen des Corona-Virus.

Allerdings ist das Baselbiet noch nicht so weit mit einem allfälligen wirtschaftlichen Support. Seitens Regierungsrat seien «derzeit keine generellen konjunkturstimulierenden Massnahmen oder sektorale Stützungsprogramme vorgesehen», schrieb die Baselbieter Volkswirtschafts- und Gesundheitsdirektion gestern auf Anfrage.

Die Basellandschaftliche Kantonalbank (BLKB) ist schon weiter. Sprecherin Monika Dunant schreibt, die Bank habe bereits Kontakt mit beiden Kantonsregierungen aufgenommen. Thema waren dabei Stützkredite. «Wir sind bereit, zu unkomplizierten Lösungen Hand zu bieten, und haben uns entsprechende Überlegungen gemacht.» Als Kantonalbank verstehe man solche Hilfestellungen in schwierigen Zeiten «auch als Teil unseres Leistungsauftrags».

Baselbieter Kantonalbank könnte auch in Basel helfen

Als Soforthilfe stehen Stützkredite im Fokus, bei denen der Kanton die Ausfallgarantie übernimmt. So kämen klamme Betriebe rasch zu Geld. Basel-Stadt hat gestern angekündigt, die Bürgschaften für derartige Kredite zu übernehmen. Als Verleiherin käme die Basler Kantonalbank (BKB) in Frage, hiess es aus Basel. Es könnten aber auch andere Banken am Programm teilnehmen. Baselland will noch keine Bürgschaftsgarantien für Kredite in Aussicht stellen. Der Landkanton wartet offenbar ab, welche konjunkturstützenden Massnahmen der Bund vorschlägt. Dieser hat entsprechende Informationen für kommenden Freitag in Aussicht gestellt. Die Baselbieter Volkswirtschaftsdirektion teilt zudem mit, im Baselbiet sei die Branchenstruktur anders als in Basel. Sprich: Es besteht offenbar nicht dasselbe Bedürfnis für Notkredite.

Die BLKB jedoch lässt durchblicken, man solle besser nicht allzu lange zuwarten. «Es ist klar, dass es jetzt sehr schnell gehen muss», schreibt Monika Dunant. «Der Ball liegt bei der Politik.» Die Rettungsmassnahmen würden sich vor allem an Kleinbetriebe richten, «die von den aktuellen Umständen besonders betroffen sind und über keine Liquiditätsreserven verfügen.» Der Fokus liege auf Gastrobetrieben.

Vor allem Restaurants und Hotels darben

Der Arbeitgeberverband Basel schreibt, er begrüsse die Vorhaben der Basler Regierung. «Gerade in einer Messe- und Tourismusstadt wie Basel sind doch einige Branchen von der aktuellen Krise stark betroffen.»
Ein grosser Teil der rund 2'500 Mitgliederfirmen stammt aus dem Baselbiet. «Es ist nicht an uns, von irgendeinem Kanton etwas zu fordern», schreibt der Verband. «Es wäre aber natürlich begrüssenswert, wenn nicht der Sitz eines Unternehmens Ausschlag geben würde, ob es Unterstützungsleistungen in Anspruch nehmen kann.» Auch für die Wirtschaftskammer Baselland ist es «unbestritten, dass Bund und Kanton etwas unternehmen sollen». Das habe ohne Aktionismus, aber rasch, sinnvoll und vor allem koordiniert vonstattenzugehen.

Die Handelskammer beider Basel (HKBB) erachtet die Interventionen des Staats ebenfalls als richtig. Direktor Martin Dätwyler schreibt, ausserordentliche Situationen würden ausserordentliche Massnahmen erfordern. Er lobt insbesondere die Absicht der Basler Regierung, mit einem Krisenfonds die Ausbildungsplätze für Lernende zu sichern. «Entscheidend für die Region ist auch, dass die Regelungen zur Kurzarbeit jetzt rasch, flexibel und einfach zur Anwendung kommen.»

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