Coronavirus
Wie geht es mit den Baselbieter Schulen weiter? Eine Möglichkeit ist die Maskenpflicht an Primarschulen

Regierungsrätin Monica Gschwind stellte im Landrat in Aussicht, dass eine Maskenpflicht für Fünft- und Sechstklässler eingeführt werden könnte. FFP2-Masken sollen allerdings nicht zu einer Pflicht werden.

Kelly Spielmann
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Sollen an Baselbieter Schulen zur Verfügung gestellt, aber nicht zur Pflicht werden: FFP2-Masken.

Sollen an Baselbieter Schulen zur Verfügung gestellt, aber nicht zur Pflicht werden: FFP2-Masken.

Keystone

Die Diskussion um die Baselbieter Schulen dauerte in der Fragestunde der gestrigen Landratssitzung lange: Denn SP-Landrätin Miriam Locher war nicht die einzige, die zu ihrer eigenen Frage über den Schutz im Schulbetrieb mehr wissen wollte. Diverse Landräte äusserten sich zur Thematik.

Dabei kam auch die Frage auf, welche Massnahmen der Kanton nach dem Entscheid des Bundes, Schulen nicht zu schliessen, zum Schutz einführen würde. Als Beispiele werden Maskenpflicht sowie die Einführung von FFP2-Masken genannt.

FFP2-Masken sollen zur Verfügung gestellt werden

Bildungsdirektorin Monica Gschwind antwortete, dass man bereits vor den Festtagen die Einführung von FFP2-Masken an Schulen diskutiert habe. Obligatorisch einführen möchte man diese nicht, wie sie erklärte, aber sie zur Verfügung stellen, sodass diese freiwillig benutzt werden könnten. Denn: Das Atmen wird durch Masken dieser Art erschwert, trägt man sie den ganzen Tag, kann das anstrengend werden.

Monica Gschwind, Bildungsdirektorin «Wir sehen, dass die Ansteckungen in den Primarschulen höher sind.»

Monica Gschwind, Bildungsdirektorin «Wir sehen, dass die Ansteckungen in den Primarschulen höher sind.»

Nicole Nars-Zimmer

Der Landrat musste sich nicht zum ersten Mal an diesem Tag mit den Masken auseinandersetzen: Eine dringliche Motion von SP-Landrätin Lucia Mikeler zu FFP2-Masken für Pflegeeinrichtungen, Lehrpersonen und Obdachlose wurde kurz zuvor als Postulat überwiesen. Dass es jedoch nicht zur Pflicht werde, FFP2-Masken zu tragen, sei auch der Lehrerschaft wichtig, ergänzte Miriam Locher – man wünsche sich aber einen höheren Schutz an Schulen. Es herrsche Unmut und Angst, sich anzustecken, so Locher.

Ähnlich sah es Parteikollege Jan Kirchmayr: Es sei für viele seltsam, dass der Bundesrat eine fünf-Personen-Regel erlässt, sich im Schulzimmer aber 25 Personen gleichzeitig aufhalten können. Landrat Marco Agostini (Grüne) machte neben den Masken auf die Wichtigkeit des Lüftens aufmerksam, das, wie er von seinem Sohn wisse, nicht überall regelmässig genug durchgeführt werde.

Mehr Ansteckungen in der Primarschule

Gerade in der Primarschule gebe es Probleme: «Wir sehen, dass die Ansteckungen in den Primarschulen höher sind», sagte Gschwind. Abstände können nicht eingehalten werden, Schülerinnen und Schüler müssen keine Maske tragen. Das müssen nur die Lehrpersonen – aber: Wie man festgestellt habe, werde diese Regel nicht immer eingehalten. Besonders im Lehrerzimmer oder in den Raucherecken würde die Maske manchmal ausgezogen. Auch im Schulzimmer, wo der Abstand zu den Schülerinnen und Schülern keine zwei Meter beträgt, würde die Maskenpflicht manchmal ignoriert.

Wie Gschwind in der Fragestunde ebenfalls erklärte, habe man daher auch bereits über eine Maskenpflicht in der fünften und sechsten Primarstufe diskutiert. Dies sei eine Möglichkeit, die man in Betracht ziehe. «Je nach dem, wie sich die Zahlen entwickeln, vielleicht sogar in der dritten und vierten Primarstufe», so die Bildungsdirektorin.

Sollte sich die Coronasituation ändern, sei man vorbereitet

In naher Zukunft dürfte dies jedoch noch nicht geschehen. Wie Fabienne Romanens, Mediensprecherin der Bildungs-, Kultur- und Sportdirektion (BKSD), auf Anfrage sagt, seien zurzeit gemäss der aktuellen Lagebeurteilung keine weiteren schulbezogenen Massnahmen notwendig. Die Beurteilungen erfolgen jeweils durch den Teilstab Pandemie des Krisenstabs und in enger Abstimmung mit dem kantonsärztlichen Dienst.

Sollte sich die Situation jedoch ändern – beispielsweise aufgrund einer raschen Ausbreitung der neuen Virusvarianten aus Grossbritannien und Südafrika – seien die Schulen auf eine rasche Umsetzung allfälliger zusätzlicher oder verschärfter Massnahmen vorbereitet.

Keine neuen Massnahmen in der Stadt

Im Stadtkanton klingt es derweil ähnlich: Neue Massnahmen sind derzeit nicht in Planung. «Die Schulen sind nicht Treiber der Pandemie», sagt Simon Thiriet, Sprecher des Erziehungsdepartements. «An den Volksschulen befinden sich momentan zum Beispiel nur 0,6 Prozent der Primarschülerinnen und Primarschüler in Quarantäne oder in Selbstisolation.» Dies zeige, dass die Schutzkonzepte funktionieren. Diese würden aber regelmässig zusammen mit den Gesundheitsdiensten überprüft und wenn nötig angepasst.

Auch im Kanton Solothurn sind keine neuen Massnahmen geplant. Die einzige Massnahme, die noch möglich wäre, sei der Fernunterricht, heisst es beim Verband Schulleiterinnen und Schulleiter – und diesen gilt es zu verhindern.