Dornach
Wenn FCB und BVB gemeinsam mit den Seifenkisten in den Kurven liegen

Physikalische Gesetze scheinen ausser Kraft, wenn abenteuerliche Seifenkisten unterwegs sind. Ein solches Rennen begeisterte in Dornach.

Thomas Immoos
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Seifenkistenrennen in Dornach
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Seifenkistenrennen in Dornach

Juri Junkov

Viel Fantasie bewiesen einmal mehr die Teilnehmer des elften Seifenkistenrennens, das gestern in Dornach über Quartierstrassen führte. Mit ebenso viel Einsatz hatten sich die vorwiegend jungen Fahrerinnen und Fahrer auf den Anlass vorbereitet. Im Mittelpunkt stand denn auch weniger das Tempo auf der rund 400 Meter langen Rennstrecke. In die Bewertung flossen auch andere Kriterien ein: Kreativität, Bauaufwand, möglichst viel selber gebastelt. Und für das jugendliche Alter gab es auch einen Bonus.

Einige waren schon mehrmals dabei, jedes Mal mit der umgebauten oder nachgerüsteten Seifenkiste. Für andere war es eine Premiere. Allen gemeinsam war, dass sie mit viel Freude und Spass mitmachten. Inspiriert wurden gleich zwei Teams von den legendären jamaikanischen Bobfahrern (bekannt aus dem Film «Cool Running»). Naheliegend auch, dass einige Fahrzeuge in Rotblau über die Strecke rasten wie weiland Alex Frei Richtung Tor. Einige setzten auf Schnittigkeit, gepaart mit Schlichtheit.

Deren Ehrgeiz war es offenkundig, möglichst rasch ans Ziel zu kommen. Die schnellsten brauchten für den pneu- und heuballengesäumten Parcours nur gerade 45 oder 46 Sekunden – eine zu kurze Zeit für das Publikum, Fahrzeug und Fahrer genauer zu sehen. Für Anfeuerungsrufe und Applaus blieb aber allemal Zeit. Andere setzten bewusst auf Langsamkeit, damit ihre aufwendig gestalteten Kisten auch entsprechend gewürdigt werden. So war ein Rubik’s-Cube-Würfel ebenso unterwegs wie ein BVB-Kundenzentrum, ein Buschiwagen oder ein Einkaufswägeli.

Sonderpunkte für Kreativität

Janika, mit neun Jahren eine der jüngsten Teilnehmerinnen, nannte ihr Gefährt «Schmetterling». Dieses huschte leise über die Strecke, war aber kein Insekt, sondern ein fahrender Blumengarten. «Dafür gibt es sicher Sonderpunkte», prophezeite eine Zuschauerin. Zaungäste säumten denn auch zu Hunderten die Abschrankungen. Einige Anwohner hatten sogar Sofas vor die Garageneinfahrt geschleppt, um das lustige Treiben möglichst nahe verfolgen zu können.

Manche Konstrukteure hatten den Schwerpunkt ihres Gefährts offenbar überschätzt, indem sie es mit einem abenteuerlichen Aufbau versahen. Sie drohten in der Steilwandkurve vor der Zielgeraden zu kippen. Solches kam aber kaum vor. Vielmehr wurde lachend die Fahrt fortgesetzt, die verlorenen Sekunden mit Gelassenheit weggesteckt.

Zwei Läufe hatten die Kisten zu absolvieren. Wo zwei oder mehr Passagiere an Bord waren, wechselte jeweils auch der Fahrer. Möglichst vielen sollte der Spass ermöglicht werden, am Steuerknüppel sitzen. In den Namen der Kisten tauchte vielfach das Wort «Blitz» auf: «Rennblitz», Leimentaler Blitz», «Titterter Blitz» oder «Hobler Blitz». Das Seifenkistenrennen von Dornach war ein Gaudi – für die Teilnehmenden ebenso wie für die mitfiebernden Zuschauer.

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