Liestal
Weltreligionen werden von jungem Liestaler Verein locker präsentiert

Der Verein Austausch in Sport und Kulturen (ASK) stellt zusammen mit der Integrationskommission der Stadt Liestal ab Dienstag Judentum, Islam, Hinduismus und Buddhismus vor.

Andreas Hirsbrunner
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Der Verein Austausch in Sport und Kultur (ASK) und die Integrationskommission von Liestal organisieren Kursabende zum verschiedenen Themen.

Der Verein Austausch in Sport und Kultur (ASK) und die Integrationskommission von Liestal organisieren Kursabende zum verschiedenen Themen.

«Wir wollen die Kulturen nicht kritisch, sondern sympathisch hinüberbringen.» So umschreibt Sabri Dogan ein ambitioniertes Vorhaben seines noch jungen Vereins ASK (Austausch in Sport und Kultur) in Liestal: In drei Blöcken à je fünf Abende sollen Israel und das Judentum, Kosovo und der Islam sowie Sri Lanka und der Hinduismus und Buddhismus vorgestellt werden. Und das «locker und spassig», wie Dogan betont.

Den Anfang macht ab morgen Abend das Judentum mit je einem Kursteil zu Land und Leuten (19 Uhr, Rathaus Liestal, Eintritt 30 Franken), zur Geschichte inklusive Musik und Tanz, zur Küche, bei dem auch «ein Mahl aus 1001er Nacht» gekocht wird, sowie Besuchen des jüdischen Museums, einer Synagoge und eines Films.

Wobei der Film ein Stück weit für das ganze Programm steht: Die Komödie thematisiere auch Differenzen zwischen Juden und Palästinensern, sagt Dogan. Probleme in den vorgestellten Kulturen sollen also nicht einfach unter den Tisch gewischt, aber auch nicht polemisch diskutiert werden. Letzteres sei nicht erwünscht und er werde am ersten Kursabend auf die Spielregeln hinweisen, sagt Dogan und fügt bei: «Die Kursteilnehmer sollen in erster Linie bereit sein, sich auf andere Kulturen einzulassen, und sie kennen lernen.»

Geleitet wird der Kurs zu Israel und zum Judentum von der in Israel aufgewachsenen und vor zwanzig Jahren in die Schweiz immigrierten Jüdin Smadar Heid. Je nach Thema hat sie Unterstützung, so etwa von einem Musiker und einem Rabbiner. Nach dem gleichen Schema sind auch die andern Kurse im März (Islam) und Oktober (Hinduismus/Buddhismus) aufgebaut.

Anspielen und weiterpassen

Entstanden ist die Idee zu den Kursen in der Integrationskommission der Stadt Liestal, der seit kurzem auch Dogan angehört. Stadträtin Marion Schafroth, die ebenfalls Kommissionsmitglied ist, sagt: «Wir haben 2012 einen Pilotversuch mit einem Kurs zur Türkei durchgeführt und danach beschlossen, weiter zu machen. Gemäss unserer Rolle, etwas aufzugreifen und es abzugeben, sobald es angelaufen ist, haben wir ASK gefragt, ob sie das Projekt übernehmen wolle.»

Hintergrund der Idee sind nicht etwa Probleme zwischen den verschiedenen Kulturen in Liestal. Ganz im Gegenteil. Schafroth: «Wir wollen, dass das Zusammenleben weiterhin gut funktioniert und niederschwellige, vergnügliche Begegnungsorte schaffen.» Die ASK, die vor drei Jahren in Basel gegründet wurde und in Liestal inzwischen einen Ableger hat, ist ein idealer Partner für die Kommission: Sie ist sehr aktiv und hat sich in ihrem kurzen Leben schon einige Erfahrung in der Organisation von kulturellen und sportlichen Anlässen angeeignet.

So steht zum Beispiel am 9. Februar in Liestal ein grosses Fuss- und Volleyballturnier bevor, bei dem Mannschaften von Gross- und Landrat über Novartis, eine Beschäftigungsstätte für Leichtbehinderte bis zu somalischen Flüchtlingen antreten. Ob Grümpelturnier oder Kurs zum Judentum, die Absicht von ASK ist laut Dogan immer die gleiche: «Wir wollen verschiedene Menschen in einem positiven Rahmen zusammenbringen.»

www.askliestal.ch

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