vorstoss
Birsfelden knallt knapp am Feuerwerksverbot vorbei – ehemaliger Hundehotelier will weiterkämpfen

An der Birsfelder Gemeindeversammlung scheitert der Antrag für ein ganzjähriges Feuerwerksverbot nur knapp. Der Urheber des Antrags, der Hundefreund Diego Persenico, erwägt eine Stimmrechtsbeschwerde, weil die Stimmen nicht nachgezählt wurden, obwohl er das verlangt hatte.

Tobias Gfeller
Drucken
Teilen
Solche Bilder will der Birsfelder Diego Persenico über Birsfelden nicht mehr sehen – für die Tiere sei Feuerwerk zu viel Stress.

Solche Bilder will der Birsfelder Diego Persenico über Birsfelden nicht mehr sehen – für die Tiere sei Feuerwerk zu viel Stress.

Martin Toeng

Das hätte weit über Birsfelden hinaus für Schlagzeilen gesorgt: Diego Persenico, der bekannte Leserbriefschreiber und ehemalige Besitzer eines Hundehotels, forderte an der Gemeindeversammlung ein ganzjähriges Verbot von Feuerwerk der Kategorie 2 und 3. Nur noch kleine Feuerwerkskörper wie Knallfrösche sollen am 1. August und an Silvester erlaubt sein. Persenicos Antrag scheiterte mit 37 Ja- zu 43 Nein-Stimmen bei zwei Enthaltungen überraschend knapp.

Die Knallerei schade der Umwelt, den Tieren und den Menschen, erklärte Persenico. Ihn selber ziehe es jedes Jahr um den Bundesfeiertag mit Hundekollegen in den Schwarzwald, um der Knallerei zu entkommen. Beinahe wäre dies nicht mehr nötig gewesen. Dass es so knapp wird, damit habe er selber nicht gerechnet, berichtet Diego Persenico am Morgen nach der Gmeini. «Ich habe erwartet, dass mein Antrag keine Chance hat, obwohl ich im Vorfeld viele zustimmende Rückmeldungen erhalten habe.»

Nachzählung verlangt: «Resultat hätte kippen können»

Gemeinderat Simon Oberbeck (CVP) zeigte zwar Verständnis für das Anliegen und die Sorgen, hielt aber entgegen, dass es zumutbar sei, dass an zwei Tagen im Jahr Feuerwerk gezündet wird. Und wenn die Knallerei über diese zwei Tage hinaus gehe, wie es Diego Persenico kritisierte, solle man die Polizei verständigen.

Weil die Abstimmung so knapp ausfiel, forderte der «Kult-Hündeler», wie in Medien auch schon betitelten, eine Nachzählung. Diese wurde ihm von Gemeindepräsident Christof Hiltmann (FDP) aber verwehrt, weil dies die Gemeindeordnung nicht vorsehe. Gemeindeverwalter Martin Schürmann werde aber mit dem Kanton das genaue Reglement für so einen Fall noch abklären, versicherte Hiltmann.

Falls rauskommt, dass eine Nachzählung möglich gewesen wäre, erwägt Diego Persenico eine Stimmrechtsbeschwerde. «Ich bin bereit, für ein Feuerwerksverbot bis vor Bundesgericht zu gehen, auch wenn ich dies selber bezahlen müsste.» Mit der Nachzählung hoffte er, das Resultat könnte kippen. «Es dachte doch niemand, dass mein Antrag eine Chance hat. Viele haben deshalb aus Prinzip Nein gestimmt. Ich bin überzeugt, dass bei einer Wiederholung der Abstimmung das Resultat anders ausgefallen wäre. Es hätte ja nur ganz wenige gebraucht, die anders gestimmt hätten.»

Persenico erhofft sich Signalwirkung für die ganze Schweiz

Trotz der Niederlage hofft Diego Persenico, dass er mit seinem Vorschlag über Birsfelden hinaus ein Signal aussenden konnte. «Ich hoffe, man hat auch in Bundesbern gesehen, was der kleine Mann in Birsfelden erreicht hat. Ich erwarte zum Beispiel von den Grünen, dass sie diesbezüglich aktiv werden.»

Persenicos Forderung ist unmissverständlich: Die Knallerei musst gestoppt werden – an 365 Tagen im Jahr. «Und das muss jetzt raus in die ganze Schweiz!» Jetzt liege es aber an den Jüngeren, dagegen vorzugehen.

Aktuelle Nachrichten