Entlassungen
Verhandlungen zwischen Acino und Gewerkschaft enden im Eklat

Das Pharma- und Generikaunternehmen Acino hat am Dienstag Verhandlungen mit der Gewerkschaft Unia platzen lassen. Acino wolle im Kanton Baselland 38 Stellen abbauen, die ausgesprochenen Kündigungen seien aber missbräuchlich, teilte Unia Region Nordwestschweiz mit.

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Acino liess am Dienstag die Verhandlungen mit der Unia Region Nordwestschweiz platzen.

Acino liess am Dienstag die Verhandlungen mit der Unia Region Nordwestschweiz platzen.

Keystone

Die Verhandlungen zwischen dem Pharma- und Generikaunternehmen Acino und der Gewerkschaft Unia sind gestern geplatzt. Laut Unia hat das Unternehmen das gemeinsame Gespräch verweigert. Unia habe nicht zum Treffen erscheinen wollen, widerspricht Acino auf Nachfrage der Nachrichtenagentur sda.

Die Firma mit Hauptsitz in Zürich gab Mitte März die Entlassung von 23 Mitarbeitern am Baselbieter Produktionsstandort in Aesch bekannt. Ebenso stellte sie den Abbau von weiteren 15 Mitarbeitern nächstes Jahr in Aussicht. Die ausgesprochenen Kündigungen seien missbräuchlich, da sich das Unternehmen bisher geweigert habe, einen Sozialplan durchzuführen, kritisiert die Gewerkschaft Unia Nordwestschweiz am Dienstag in einer Mitteilung. Vergangene Woche fand ein erstes Treffen zwischen den Parteien statt. Laut Unia liess Acino gestern eine zweite Verhandlungsrunde platzen.

Dem widerspricht Ulrike Seminati, Kommunikationschefin von Acino vehement: «Es war Unia, die nicht zur Verhandlung kommen wollte.» Überdies würden am Mittwoch bei Acino erstmals Wahlen für einen Betriebsrat stattfinden, mit dem man künftig verhandeln wolle.
Laut Seminati ist ein Sozialplan nicht nötig, weil weder eine Massenentlassung noch ein Betriebs-Übergang vorliege. Die Kündigungen stehen im Zusammenhang mit einer Arbeitsplatzverlagerung nach Estland und in die Ukraine.

Das Unternehmen beschäftigt total 1700 Mitarbeiter, 550 davon in der Schweiz. Die Unternehmenssprecherin betont, dass zwar die Fabrik in Aesch geschlossen werden soll, Acino aber 30 Millionen Franken in den Standort in Liesberg investiere. Nach Angaben der Gewerkschaft fielen bereits in den letzten beiden Jahren 90 Stellen weg. Acino geht auf die Schweizerhalle zurück, das salzgewinnende Unternehmen der Schweizer Rheinsalinen.

Bis vor zwei Jahren war Acino ein Schweizer Produktionsunternehmen. Da Acino Generika in Schwellenländern, vor allem im Irak und in der Ukraine verkauft, mussten die Kosten reduziert werden. Acino produziert neu auch in Estland und der Ukraine. «Das Geschäft in der Schweiz ist nicht rentabel und schreibt Verluste», fügt Seminati hinzu. (SDA)

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