Strassenbau
Dauerstau im Laufental: Jetzt soll die ganze Region für den Ausbau der N18 kämpfen

Ein Komitee kämpft für die Beseitigung der Engpässe zwischen Aesch und Delémont. Der Zeitpunkt ist gut, denn demnächst spricht der Bund Gelder für den Strassenbau.

Michel Ecklin 2 Kommentare
Drucken
Eng und viel befahren: Die N18 beim Schloss Angenstein in Aesch ist für Pendler ein tägliches Ärgernis.

Eng und viel befahren: Die N18 beim Schloss Angenstein in Aesch ist für Pendler ein tägliches Ärgernis.

Roland Schmid

Es ist alles andere als eine neue Erkenntnis: Das Laufental hat ein Strassenverkehrsproblem. Täglich stauen sich die Fahrzeuge bei der Verzweigung Angenstein und in den Durchfahrten von Laufen, Zwingen und Delémont. Den Wunsch, die Engpässe auf der N18 zwischen den Autobahnanschlüssen in Aesch und Delémont zu eliminieren, gibt es seit Jahrzehnten. Nur ist bisher, mit Ausnahme der Umfahrung Grellingen, kaum etwas umgesetzt worden – ein Ärger für Pendler, Gewerbe und Anwohner, wie das neu gegründete «Komitee N18» gestern an einer Medienrundfahrt erläuterte.

Das Komitee besteht derzeit aus bürgerlichen Politikern, aus Gemeinden und aus Wirtschaftsverbänden aus den Kantonen Baselland, Basel-Stadt, Solothurn und Jura. Und sie sehen genau jetzt den richtigen Zeitpunkt gekommen, dass die Strasse ausgebaut wird. Denn der Bund, dem die N18 gehört, spricht demnächst Geld für den Ausbau seines Strassennetzes. Der Bundesrat wird bald den nächsten Schritt des Strategischen Entwicklungsprogramms (Step) für Strassenprojekte in die Vernehmlassung geben.

Laufental hat Potenzial

Dann geht zwischen den Landesregionen das Gerangel um die Priorisierung ihrer Projekte los – und da soll die Nordwestschweiz mit der N18 zuvorderst mitmischen, so der Wunsch des Komitees. Martin Dätwyler, Direktor der Handelskammer beider Basel und FDP-Landrat, sagt:

«Wir wollen, dass die Strasse ins Step aufgenommen wird.»

Dafür müsse die ganze Region möglichst geeint für das Vorhaben einstehen. Er betont das Potenzial des Laufentals. Hier wachse die Bevölkerung, hier würden sich auch weiter Unternehmen ansiedeln. Und seitens des Kantons Jura besteht weiter ein Interesse an einer verstärkten Anbindung an die Region Basel, wie Damien Chappuis, Stadtpräsident von Delémont, erklärt.

In einem ersten Schritt hofft das Komitee, dass die Regierungen der betroffenen Kantone sich für den Ausbau der N18 aussprechen. Die Baselbieter SVP-Nationalrätin Sandra Sollberger sagt.

«Ich rufe die Regierungen auf, sich zusammenzuraufen und uns zu unterstützen.»

Weiter hat das Komitee angefangen, Politiker und Gemeinden anzuschreiben und um eine Mitgliedschaft zu bitten. «Wir stossen auf ein sehr positives Echo», stellt Dätwyler fest. Gestern unterschrieben die Komiteemitglieder zudem einen Brief an den Bundesrat.

Unterschreiben einen Brief nach Bern, damit es mit dem Ausbau der N18 endlich vorwärtsgeht (v.l.): Martin Dätwyler, Landrat FDP und Direktor der Handelskammer beider Basel; CVP-Landrat Franz Meyer; SVP-Nationalrätin Sandra Sollberger; FDP-Landrat Rolf Blatter; SVP-Landrat Ermando Imondi; Andreas Hänggi, Präsident des Industrieverbands Laufental-Thierstein-Dorneck-Birseck, sowie der Solothurner SVP-Nationalrat Christian Imark.

Unterschreiben einen Brief nach Bern, damit es mit dem Ausbau der N18 endlich vorwärtsgeht (v.l.): Martin Dätwyler, Landrat FDP und Direktor der Handelskammer beider Basel; CVP-Landrat Franz Meyer; SVP-Nationalrätin Sandra Sollberger; FDP-Landrat Rolf Blatter; SVP-Landrat Ermando Imondi; Andreas Hänggi, Präsident des Industrieverbands Laufental-Thierstein-Dorneck-Birseck, sowie der Solothurner SVP-Nationalrat Christian Imark.

Kenneth Nars

Linke sollen mitziehen

Ziel ist, mit einem möglichst breit abgestützten Komitee in Bern deutlich zu machen, dass die ganze Region geschlossen hinter dem Anliegen stehe – und zwar nicht nur bürgerliche Vertreter, wie Dätwyler betont:

«Wir brauchen die Unterstützung aller Bundesparlamentarier in den betroffenen Kantonen.»

Schliesslich hätten Bürgerliche und Linke gemeinsam den Doppelspurausbau der Bahnlinie durchs Laufental durchgebracht. Nationalrätin Sollberger ist zuversichtlich, dass dieses Argument auch Linke überzeugen wird. «Ich habe erste Anzeichen dafür», sagt sie, ohne Namen zu nennen.

Portal des geplanten Muggenbergtunnels bei Angenstein in Aesch.

Portal des geplanten Muggenbergtunnels bei Angenstein in Aesch.



Nicole Nars-Zimmer (niz) / BLZ

Muggenbergtunnel ist schon erkennbar

Welche konkrete Lösungen zur Beseitigung der Engpässe umgesetzt werden, das überlässt das Komitee den Ingenieuren des Bundes. Am nahesten an einer Umsetzung ist wohl der Muggenbergtunnel bei Angenstein. Dort ist bereits eine Einfahrt zu erkennen – und das seit Jahrzehnten. Wenn Andreas Hänggi, der Präsidenten des Industrieverbands Laufental, Thierstein, Dorneck, Birseck, dort im Stau steckt, ärgert er sich jedes Mal:

«Das Stauproblem besteht jetzt seit über 30 Jahren, und es ist nichts gegangen.»
2 Kommentare
Thomas Zweidler

Wissen die Kämpfer denn nicht, dass die N18 schon lange A18 heisst. Wenn die so in Bern auftreten und nicht mal wissen, wie das heisst, für was sie kämpfen, macht man sie in Bern (zu recht) zur Lachnummer und nimmt die Baselbieter natürlich sicher nicht ernst.