Solidarität
Waldenburg zeigt Flagge für die Ukraine: «Jeder kann etwas Kleines beitragen, um die Situation zu verbessern»

Bei einer Benefizveranstaltung unter dem Titel «Ein Herz für die Ukraine» wurden rund 10'000 Franken für die Ukraine gesammelt. Und bald soll im Stedtli eine Friedensfahne wehen.

Valerie Zeiser
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Friedensfahne malen gehörte zu einer der vielen Aktivitäten in Waldenburg.

Friedensfahne malen gehörte zu einer der vielen Aktivitäten in Waldenburg.

zvg

Die Tische in der Turnhalle Waldenburg zierten am Samstag Friedenstauben. Zwischen frühlingshaften Zweigen standen sie auf Papierherzen in den Farben gelb und blau. «Ein Herz für die Ukraine» lautete auch der Titel der Benefizveranstaltung, die hier stattfand. Denn die Situation in der Ukraine ist auch an den Waldenburgerinnen und Waldenburgern nicht spurlos vorbeigegangen.

So auch nicht an Claudia Tschudin. Die Präsidentin des Vereins «Waldenburg belebt» hatte die Idee für die Veranstaltung gemeinsam mit einer Kollegin bereits vor drei Wochen. «Die Situation hat mich schockiert. Das so etwas heute noch möglich ist und so nah passiert.» Zunächst wollten sie es in einer kleineren Form abhalten, doch schnell wurde ihnen klar: «Das müssen wir grösser machen.» So wurden in der Sporthalle der Schule Tische aufgestellt, es wurde Essen und Getränke aus der Küche nebenan verkauft und der Frauenverein Waldenburg hat einen Kuchenverkauf auf die Beine gestellt. Gleich beim Eingang stand ein Spendenbarometer, wo die Gäste ihre Spenden einwerfen konnten.

Spenden in die Ukraine oder für Flüchtlinge

Das Spendenbarometer wird mit rund 10'000 Franken gefüllt.

Das Spendenbarometer wird mit rund 10'000 Franken gefüllt.

Rene Drussel

Und das grössere Format scheint sich gelohnt zu haben. Die Turnhalle ist am frühen Samstagabend bereits von Beginn weg gut gefüllt, immer mehr Menschen stossen dazu, bis der Anlass an die 100 Besucher zählt. Der Vizepräsident des Waldenburger Gemeinderats, Markus Schlup, eröffnete die Veranstaltung mit einer kurzen Rede. Er betonte:

«Jeder kann etwas Kleines beitragen, um die Situation zu verbessern.»

Auch die Baselbieter Ständerätin Maya Graf (Grüne) hätte am Samstagabend den Benefizanlass besuchen sollen. Wegen einer Coronaerkrankung musste sie jedoch kurzfristig absagen.

Ein Spendenziel gab es nicht. «Jeder gibt so viel, wie er kann», meinte Claudia Tschudin. Man wolle jedem das Gefühl geben, dass er etwas beitragen könne, «seien es auch nur ein paar Rappen». Dabei konnten die Spenderinnen und Spender selbst entscheiden, welcher Organisation sie Geld spenden wollten. Entweder dem Verein «Ukrainer in Basel», der das Geld vor Ort in der Ukraine einsetzt: «Wir versuchen, jede grössere und kleinere Stadt in der Ukraine zu erreichen», lässt der Verein über einen Brief verlauten. Das gespendete Geld werde für medizinische Soforthilfe eingesetzt.

Alternativ konnten die Besucherinnen und Besucher dem Roten Kreuz Baselland Geld spenden. Dieses kommt Ukrainerinnen und Ukrainern zu Gute, die in die Schweiz flüchten mussten. «Unsere Aufgabe ist es, die in Baselland angekommenen Flüchtlinge mit Integrationsangeboten zu unterstützen», erklärte eine Vertreterin am Samstag vor Ort.

Gemeinsam wurde eine Friedensfahne gestaltet

Rund 10'000 Franken werden am Ende des Abends gesammelt worden sein, wie Claudia Tschudin der bz am Sonntag mitteilt.

Auch getanzt wurde bei der Benefizveranstaltung.

Auch getanzt wurde bei der Benefizveranstaltung.

zvg

Begleitet wird der Anlass auch von verschiedenen musikalischen und tänzerischen Beiträgen. Unter anderem trat das Volksmusikquartett «Trio Balmer» auf, gefolgt von vier Gesangsschülerinnen, die mit emotionalen, aber auch hoffnungsvollen Liedern ihren Beitrag zur Benefizveranstaltung leisteten.

Auch Kinder kamen auf ihre Kosten. Hier ein Mädchen beim Basteln.

Auch Kinder kamen auf ihre Kosten. Hier ein Mädchen beim Basteln.

zvg

Auch die Jüngsten kamen auf ihre Kosten. Nebst diversen malerischen Angeboten – im Mittelpunkt stand eine Friedensfahne, die von jung und alt bemalt wurde und später in Waldenburg aufgestellt werden soll – konnten sich die Kinder auch (falsche) Tattoos «stechen» und Ballontiere knoten lassen.