Nachgefragt
Ruth Leoni: «Getraut und bestraft wird ja nicht mehr»

Die 700-Seelen-Gemeinde Buckten begeht am kommenden Wochenende eine jahrhundertealte Tradition: Die Noh-Uffert, die immer am Wochenende nach Auffahrt stattfindet. OK-Mitglied Ruth Leoni erklärt den Ursprung dieses Anlasses – und wie sich dieser mit der Zeit verändert hat.

Simon Tschopp
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Ruth Leonie ist Mitglied des Organisationskomitees Noh-Uffert und zuständig für Werbung und Sponsoring.

Ruth Leonie ist Mitglied des Organisationskomitees Noh-Uffert und zuständig für Werbung und Sponsoring.

zvg

Welche Geschichte steckt hinter der Noh-Uffert?

Ruth Leoni: Früher kam am Sonntag nach Auffahrt – daher der Name Noh-Uffert – der Vogt von der Homburg ins Dorf und traute die Paare. Überliefert ist auch, dass der Vogt sogar selber Pärchen zusammengestellt hat. Bei dem Zeremoniell wurden zudem die fehlbaren Untertanen bestraft. Danach gab es eine fröhliche Chilbi mit Musik, Tanz und Schiffschaukel. Die Anfänge dieser Tradition reichen ins 13. Jahrhundert zurück.

Wurde die Noh-Uffert immer gefeiert?

Ja, soweit wir uns erinnern können. Es gab aber immer wieder Unterbrüche. Die Noh-Uffert fand lange im Dorfzentrum statt. Während der Zeit, als die Ware mit Ross und Wagen über den Unteren Hauenstein transportiert wurde, gab es in Buckten sechs Wirtschaften. Als der Autoverkehr zunahm, wurde die Noh-Uffert auf den Turnhallenplatz verlegt.

Die Veranstaltung veränderte sich: Schausteller und andere Attraktionen stiessen dazu. Ein oder zwei Vereine organisierten damals die Noh-Uffert. Vor ein paar Jahrzehnten schlief sie ein wenig ein. 2013 entschloss man sich, wieder etwas Grösseres auf die Beine zu stellen und die Tradition aufrechtzuerhalten. Seither wird die Noh-Uffert im Zwei-Jahres-Turnus und mit einem grossen Markt durchgeführt.

Was bleibt am diesjährigen Anlass von einst übrig?

Das Zusammensein, der Chilbi-Charakter. Getraut und bestraft wird ja nicht mehr (lacht).

Was steht im Zentrum des Festes?

Der Markt mit 50 Marktfahrern, der bei Kindern beliebte Lunapark, das Glücksrad sowie die alte Kegelbahn. Für gute Stimmung sorgen Strassenmusikanten, ein Zauberer oder Magier. Der Markt dürfte am meisten Leute anziehen. Die vielen Besucherinnen und Besucher werden in fünf verschiedenen Lokalen kulinarisch verwöhnt.

Sind auch Leute unterwegs in Kleidern von damals?

Ja, wir vom Organisationskomitee präsentieren uns so.

Lassen sich in einer kleinen Ortschaft wie Buckten stets genügend Helferinnen und Helfer finden?

Bis jetzt schon. Diesmal wirken neun Dorfvereine mit. In den Buckter Vereinen sind sehr viele Mitglieder, die nicht in Buckten wohnhaft sind, aber auch sie helfen tatkräftig mit.

Ist der Banntag am Donnerstag zuvor, für den auch Helfer benötigt werden, ein Grund, dass sich Leute für die Noh-Uffert nicht zur Verfügung stellen wollen?

Nein. Der Banntag findet bei uns nur jedes dritte Jahr statt. Heuer fallen er und die Noh-Uffert wieder zusammen.

Noh-Uffert in Buckten Samstag, 14 bis 20 Uhr, und Sonntag, 11 bis 17 Uhr. Eintritt frei.

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