Abstimmung
Quellen im Laufental auch bei Nein zu Deponien gefährdet

Wollte man die Quellen Pfandel und Bernhardsmätteli weiter nutzen, müsste man je eine Schutzzone ausscheiden. Dies würde mehrere Millionen Franken kosten. Die Gemeinden sind bereit, für den Betrag aufzukommen.

Dimitri Hofer
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Wie hier im alten Dorfkern hängen überall in Zwingen Transparente gegen die geplanten Deponien in den Gebieten Bernhardsmätteli und Pfandel. KENNETH NARS

Wie hier im alten Dorfkern hängen überall in Zwingen Transparente gegen die geplanten Deponien in den Gebieten Bernhardsmätteli und Pfandel. KENNETH NARS

Kenneth Nars

Im Laufental hofft man darauf, dass sich die Baselbieter Stimmbevölkerung am 27. November gegen die Anpassung des kantonalen Richtplans ausspricht. Die darin festgesetzten Aushub-Deponien in den Gebieten Stutz in Blauen und Sunnerai in Zwingen hätten Konsequenzen für die Wasserversorgung. Die Deponie-Gegner werden nicht müde zu betonen, dass die Auffüllung der beiden Täler die dortigen Quellen Pfandel und Bernhardsmätteli zerstören würden.

Dabei sei eine weitere Nutzung der Quelle Bernhardsmätteli auch bei einer Ablehnung des Richtplans infrage gestellt. Zu diesem Schluss kommt der SVP-Landrat Markus Meier in einer dringlichen Interpellation, die er am Donnerstag eingereicht hat. Er ist Mitglied des überparteilichen Ja-Komitees und stellvertretender Direktor der Wirtschaftskammer, welche sich für den Richtplan ausgesprochen hat. In seinem Vorstoss bezieht er sich auf die Landratsvorlage zum Richtplan vom vergangenen November. Dort heisst es nämlich, dass bei der Quelle Bernhardsmätteli grosse Nutzungskonflikte und beim Quellwasser-Pumpwerk Bernhardsmätteli ein grösserer Investitionsbedarf bestehen würden.

Georg Furler, Präsident des Wasserverbunds Birstal, schätzt die Kosten für die bauliche und hygienische Sanierung des Pumpwerks aus den späten Dreissigerjahren auf rund 300 000 Franken. «Der Zustand des Pumpwerks ist trotz des Alters gut, es muss einfach auf den neuesten Stand gebracht werden», sagt er. Dem Wasserverbund gehören die vier Gemeinden Zwingen, Blauen, Laufen und Nenzlingen an und er trägt die Sanierungskosten des Pumpwerks. Der Verbund bezieht rund 65 Prozent seines Wassers von den beiden Quellen Pfandel und Bernhardsmätteli.

Gemeinden sind bereit, zu zahlen

Weit grösser ist der Betrag, der nötig ist, um für die beiden Quellen eine Schutzzone auszuscheiden. «Wenn man die Quellen auch künftig betreiben will, muss das geschehen», erklärt Alberto Isenburg, Leiter des Baselbieter Amts für Umweltschutz und Energie. Momentan bestehe nur für eine der beiden Quellen eine Schutzzone, die aber zu klein sei. Isenburg beziffert die Kosten auf rund fünf Millionen Franken.

«Uns ist klar, dass Investitionen notwendig sind. Die Gemeinde Zwingen als Besitzerin der Quellen sowie die anderen Verbundsgemeinden wären bereit, diese Kosten zu tragen», sagt Remo Stebler, Präsident des Vereins Depo-Nie im Quellgebiet. Der Wasserverbund Birstal hat im Jahr 2013 bei einem Büro für Geologie, Geotechnik und Spezialtiefbau die Erstellung eines Schutzzonenplans für beide Quellen in Auftrag gegeben. Das Dokument mit einem Vorschlag für die Schutzzone liegt seit drei Jahren vor. «Wir wissen, dass sich die Kosten für die Schutzzone bei rund 3,5 Millionen Franken einpendeln werden», so Stebler. Eine Ersatzversorgung – sollten die Quellen aufgegeben werden – belaufe sich auf 0,7 bis 1,2 Millionen Franken.

«In Kenntnis unserer laufenden Schutzzonenausscheidung wurde der Standort Stutz durch den Kanton im gleichzeitigen Deponiestandort-Evaluationsverfahren – unter Ignorierung der geplanten Schutzzone in diesem Gebiet – auf den ersten Rang gesetzt», ärgert sich Georg Furler vom Wasserverbund Birstal. Seit dem Evaluationsverfahren sei die Ausscheidung blockiert. «Dieses Verhalten ist äusserst fragwürdig.»

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