Persönlich
Das Gehupe kann beginnen

Kelly Spielmann
Kelly Spielmann
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Hupende Autos sind kein Problem mehr.

Hupende Autos sind kein Problem mehr.

Marco Ottico / EPA

Kürzlich habe ich an dieser Stelle über das Älterwerden geschrieben. Das habe ich bei mir am ersten grauen Haar festgestellt, oder daran, wie sehr ich mich über meinen neuen Wischmopp mit integrierter Bodenreiniger-Sprüh-Funktion freue. Dieser löste übrigens diverse Nachfragen und weitere Putzhilfe-Empfehlungen aus – auch mein Freundeskreis wird anscheinend älter.

Der letzte Punkt, an dem ich feststellen konnte, dass ich älter werde: Das Gehupe der Tifosi vor meinem Schlafzimmerfenster nach gewonnenem Match treibt mich zur Weissglut.

Zugegeben, ich lebe im Stadtzentrum. «Zieh doch aufs Land, wenn dich das nervt», hörte ich deshalb mehrfach. Unrecht haben diese Stimmen nicht. Dennoch: Ich war anscheinend nicht die einzige, die sich an den Hupkonzerten gestört hat.

Bereits beim nächsten Italien-Spiel hat die Stadt Olten begonnen, kurz vor Schlusspfiff die Innenstadt abzuriegeln. Grosse Gitter verhindern das Durchfahren der Fans. Nicht alle freuen sich darüber, besonders diejenigen nicht, deren Herz für den südlichen Nachbarn der Schweiz schlägt.

Aber ich schlafe seither nach jedem EM-Match hervorragend. Beim Halbfinal-Spiel zwischen Italien und Spanien wiegte mich das weit entfernte, leise Hupen schon fast sanft in den Schlaf. Ich muss also meine Meinung revidieren: Ich freue mich auf den Final.

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