Voice of Switzerland
Nicole Bernegger hofft dank dem «Stress-Faktor» ins Finale zu stürmen

Das Stimmwunder aus Birsfelden vertraut für das zweite und entscheidende Halbfinale von kommendem Samstag voll und ganz ihrem Coach Stress. Ab Mittwoch wird die 35-Jährige in der Bodensee-Arena von Kreuzlingen an ihrem Auftritt feilen.

Benjamin Wieland
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Steht bei «The Voice of Switzerland» im zweiten Halbfinal: Sängerin Nicole Bernegger (35) aus Birsfelden.

Steht bei «The Voice of Switzerland» im zweiten Halbfinal: Sängerin Nicole Bernegger (35) aus Birsfelden.

Juri Junkov

Nicole Bernegger hatte beim ersten Halbfinal von «The Voice of Switzerland» vom Samstag den letzten Ton noch längst nicht gesungen, da sprang Juror Stress von seinem Sitz auf und reckte die Faust in die Luft. Er wusste: Mit dieser Darbietung war sein Schützling weiter. Beim Fazit zu ihrer Interpretation von «Cry Me a River» von Justin Timberlake schöpfte er vor Begeisterung gleich ein neues Wort. «Du bist wundergeil!», sagte er. Stress’ Jury-Kollege Philipp Fankhauser fühlte sich gar an die US-amerikanische Soul-Röhre Etta James erinnert.

«Ich war unglaublich nervös, obwohl ich mir Auftritte vor Publikum gewohnt bin», sagte die 35-jährige Baselbieterin zwei Tage nach ihrem Auftritt in der Bodensee-Arena in Kreuzlingen. Eine Herausforderung war der Liveauftritt auch schon im Vorfeld: «Für die Proben hatten wir nicht viel Zeit. Erst am Mittwoch zuvor probte ich zum ersten Mal mit der Band in der Arena. Wir mussten uns also relativ schnell finden.»

Das ist gelungen. Nicht nur die Jury, auch das Publikum war von ihrer Darbietung hingerissen. Bernegger, die im siebten Monat schwanger ist, war aber gar nicht auf die Stimmen der Zuschauer angewiesen: Sie erhielt von Stress eine Wildcard.

Somit war sie direkt für das zweite Halbfinale am kommenden Samstag qualifiziert. Dann jedoch gilt es ernst: Eine Wildcard ist nicht mehr möglich. Sie muss sich bei der Jury und beim Voting gegen die Konkurrenz durchsetzen. Diese besteht nach dem vergangenen Wochenende aus sechs Frauen und einem Mann.

Am Mittwoch heisst es für Bernegger wieder Koffer packen: Dann reist sie abermals nach Kreuzlingen. Welchen Song sie dieses Mal zum Besten geben wird, das darf sie nicht verraten – in welche Richtung es geht, aber schon: «Nur soviel: Es wird etwas sein, was noch stärker mit meinem Background zu tun hat.» Das bedeutet im Fall Bernegger: Soulmusik aus den Sechzigern. Die Birsfelderin steht mit ihrer neunköpfigen Band «The Kitchenettes» schon seit Jahren auf der Bühne. Ihr Repertoire: vor allem Stücke, die zu ihrer Soulstimme passen.

Bei der Wahl des Stückes und des Arrangements vertraut sie Stress. «Ich habe nie bereut, ihn als Coach gewählt zu haben», lobt sie den Künstler. Wie sie es erwartet hat, komme ihr sein Perfektionismus zugute: «Er weiss, wo meine Stärken liegen und will das Maximum aus meiner Stimme heraus holen.»

Bernegger wohnt mit ihrem Mann und ihren beiden Kindern in Birsfelden. Dort schätzt sie die Lage zwischen Rhein und Birs. Mit dem Medienrummel, der «Voice of Switzerland» mit sich brachte, hat sie nicht gerechnet. Er würde sie aber auch nicht stören, wie sie beteuert: «Es kommt zwar immer öfter vor, dass mich Leute auf der Strasse erkennen. Aber bisher waren sie immer freundlich und zurückhaltend, was ich sehr schätze.»

Auf ihre geliebten Spaziergänge am Birskopf wird Bernegger also nicht so rasch verzichten. Auch nicht bei einem Weiterkommen.

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