Eidgenössisches 2022
Nach dem Schwingfest ist vor dem Schwingfest: «Pratteln will Zug nicht kopieren»

Matthias Hubeli, Geschäftsführer des Eidgenössischen Schwingfests 2022 in Pratteln, beobachtete den Grossanlass in Zug.

Simon Tschopp
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Matthias Hubeli in der mächtigen Zuger Schwingarena. Er ist voll des Lobes, was die Organisation des Festes anbelangt.

Matthias Hubeli in der mächtigen Zuger Schwingarena. Er ist voll des Lobes, was die Organisation des Festes anbelangt.

zvg

Das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest (ESAF) 2019 ist Geschichte. Welche Eindrücke nehmen Sie mit?

Matthias Hubeli: Wir erlebten einen Superanlass – sportlich und auch, was sonst alles geboten wurde. Das Zuger OK hat Top-Arbeit geleistet und die Latte hoch gesetzt.

Was können Sie den Organisatoren von Zug abschauen?

Die Pflege im Detail, die sie an den Tag gelegt haben, und das Timing. Sie waren bereit, am Donnerstag war alles perfekt eingerichtet. Es kam keine Hektik auf, eine vorbildliche und saubere Planung.

Aus dem Baselbiet war eine grosse Delegation vor Ort. Der Austragungsort des nächsten «Eidgenössischen» hat sich präsentiert. In welcher Form?

Unser Fokus liegt auf lebendigen Traditionen. Deshalb stellten wir den nördlichen Teil des Juras vor mit unserem Brauchtum: fasnächtlicher Auftritt, Ziefner Nünichlingler, Banntagsrotte aus Pratteln.

Wie war die Resonanz?

Positiv. Ich bekam zu Ohren, es sei ein ganz toller, kompakter und wirkungsvoller Auftritt gewesen. Nach dem Schlussgang und kurz vor der Krönung war die Arena zwar nicht mehr voll besetzt, dennoch war es für alle Beteiligten ein spezieller Moment.

Was sagen Sie zur Meinung des «Blick»-Kommentators, der die «lächerliche Moderation und Einlage des pseudolustigen Stimmenimitators David Bröckelmann» als «Peinlichkeit des Wochenendes» kritisiert?

Wir nehmen diesen Kommentar zur Kenntnis, gehen aber nicht weiter darauf ein.

Kann sich das Baselbieter OK nun ein klares Bild machen, was es alles erwartet?

Wir waren uns schon bewusst, als wir uns noch in der Machbarkeitsstudie befanden und schliesslich den Auftrag für die Organisation übernahmen, was es heisst, einen Anlass dieser Dimension durchzuführen. Aus Zug konnten wir viele Erfahrungen mitnehmen. Sämtliche OK-Mitglieder haben diese Zeit für ihre kommenden Aufgaben intensiv genutzt.

Riesenstimmung am Eidgenössischen Schwingfest 2019: Die besten Bilder aus Zug

Lang lebe der König: Christian Stucki wird gekrönt.
85 Bilder
Der neue Schwingerkönig Christian Stucki jubelt an der Schlussfeier des Eidgenössischen in Zug.
Ein frisch geduschter und frisch gebackener König: Christian Stucki hat allen Grund zum Lachen.
Nun hat er fast alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt.
Stucki küsst die Ehrendamen ab.
Dich auch noch? Ein gelöster Stucki bei den Ehrendamen.
Auch Joel Wicki lässt sich feiern.
Ein Hüne jubelt: Christian Stucki nach seinem Sieg über Joel Wicki.
Hier entscheidet Stucki den Schlussgang für sich. Wickis Gesichtszüge sprechen Bände.
Ein ungewohntes Bild: Joel Wickis Rücken ist mit Sägemehl bedeckt.
Armon Orlik kam gegen den zähen Sven Schurtenberger nicht über einen Gestellten hinaus. Dies kostete ihm die Schlussgang-Teilnahme.
Gölä am Festakt. (KEYSTONE/Urs Flüeler)
Gölä und Trauffer am Festakt. (KEYSTONE/Urs Flüeler)
OK-Präsident Heinz Tännler am Festakt. (KEYSTONE/Urs Flüeler)
Moderator Nik Hartmann in der Arena. (KEYSTONE/Urs Flüeler)
Bundespräsident Ueli Maurer am Festakt. (KEYSTONE/Ennio Leanza)
Der Festakt in der Arena. (KEYSTONE/Urs Flüeler)
Der Festakt in der Arena. (KEYSTONE/Urs Flüeler)
Ein Fahnenschwinger gibt seine Künste zum Besten.
Joel Wicki ist nach dem gestellten Gang gegen Christian Stucki noch immer zuversichtlich.
Joel Wicki, unten, wehrt sich erfolgreich gegen den Angriff von Christian Stucki.
Proppenvolle Tribüne während dem 5. Gang.
Armon Orlik, rechts, kann gegen Kilian Wenger bereits den 5. Sieg verbuchen und bleibt auf Schlussgang-Kurs.
Die Schwingerarena bei Sonnenaufgang (Urs Flüeler, Keystone, Zug, 25. August 2019))
Tolle Stimmung auf dem Festgelände mit Oesch's die Dritten. (Christian H. Hildebrand, Zug, 24.August 2019)
Mit Leib und Seele dabei: Francine Jordi. (Christian H. Hildebrand, Zug, 24.August 2019)
Chue Lee beim Auftritt auf dem Festgelände. (Christian H. Hildebrand, Zug, 24.August 2019)
Bei offenen Fragen wird beim Infopoint weitergeholfen. (Christian H. Hildebrand, Zug, 24.August 2019)
Festlaune beim Stierenmarkt.
Keiner zu klein, ein Schwingfan zu sein.
Her mit der Abkühlung!
Unschwer erkennbar, wem diese Schwingfans die Daumen drücken.
Christian Stucki am Brunnen im 4. Gang.
Nick Alpiger (links) und Thomas Kropf im 4. Gang.
Spass auch fernab der Arena.
Die Kinder sind am Schwingfest beschäftigt.
Witziges Sujet – wer hats erfunden?
Edelweiss von Kopf bis Fuss.
Besucher verweilen am Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest.
Dank der friedlichen Stimmung hat auch die Polizistin Zeit für ein Foto.
Matthias Glarner im 3. Gang.
Ein praktisches Utensil: Der Feldstecher ist am Esaf im Dauereinsatz.
Prominenz vor Ort: Schwingerin Sonia Kälin und Hausi Leutenegger, ehemaliger Bobfahrer.
Stefan Ettlin kämpft im 3. Gang gegen Christoph Bieri.
Arbeit bei höchster Konzentration am Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest.
Armon Orlik im 3. Gang.
Samuel Giger und Rene Suppiger (rechts) im 3. Gang.
Joel Wicki (rechts) freut sich nach seinem Schwung gegen Jonas Lengacher im 3. Gang.
Kilian Wenger (oben) schwingt gegen Stephan Studinger im 3. Gang.
Samuel Giger (links) und Joel Strebel im 2. Gang.
Dominik Streiff liegt verletzt am Boden.
Daniel Bösch (links) jubelt neben Lukas Bernhard im 3. Gang.
Der Unspunnenstein mit 83,5 Kilogramm ist nicht für Schwächlinge.
Ein Steinstösser bei der schweisstreibenden Arbeit.
André Weber und Enkel Julian verfolgen das Geschehen aus nächster Nähe.
Mittagspause in der Arena.
Die Helfertribüne.
Kinder aus dem Herti-Quartier haben an der Eichwaldstrasse einen Sirup und Popcorn-Stand aufgebaut.
Die Kampfrichter sind bereit. (KEYSTONE/Urs Flüeler, 24. August 2019)
Luftaufnahme der Schwingarena Zug. (KEYSTONE/Alexandra Wey, 24. August 2019)
Luftaufnahme der Schwingarena Zug. (KEYSTONE/Alexandra Wey, 24. August 2019)
Sven Schurtenberger (hinten) und Stefan Burkhalter (vorne) im 2. Gang. (KEYSTONE/Urs Flüeler, Zug, 24. August 2019)
Joel Wicki (oben) und Simon Anderegg (unten) im 2. Gang. (KEYSTONE/Urs Flüeler, Zug, 24. August 2019)
Pirmin Reichmuth. (KEYSTONE/Urs Flüeler, 24. August 2019)
Rind Greth rennt durch die Arena. (KEYSTONE/Urs Flüeler, 24. August 2019)
Die Schwingerhosen. (KEYSTONE/Alexandra Wey, 24. August 2019)
Der Siegermuni Kolin. (KEYSTONE/Urs Flüeler, 24. August 2019)
Nick Alpiger (links) schwingt mit Samuel Giger im 1. Gang. (KEYSTONE/Alexandra Wey, 24. August 2019)
Kilian Wenger (links) reagiert neben Christian Schuler im 1. Gang. (KEYSTONE/Alexandra Wey, 24. August 2019)
Einmarsch der Schwinger in die Arena. (swiss-image.ch/Photo Remy Steinegger, 24. August 2019)
Impression vom Campingplatz. (swiss-image.ch/Photo Andy Mettler, 23. August 2019)
Besucher in der Arena.(KEYSTONE/Urs Flüeler, 24. August 2019)
Fahnenschwinger und Alphornbläser. (KEYSTONE/Urs Flüeler, 24. August 2019)
Anreise der Besucher am Samstag Morgen in Zug.
Impressionen vom Heimweh-Konzert im Festzelt Gemsstock.
Impressionen vom Nickless-Konzert auf der V-Zug-Arena-Bühne.
Impressionen vom Nickless-Konzert auf der V-Zug-Arena-Bühne.
OK-Präsident Heinz Tännler (links) und Bundespräsident Ueli Maurer (Mitte) beim Festumzug.
Schwingerfahnen beim Festumzug.
Jungschwinger posieren beim Festumzug.
Trachtenleute beim Festumzug.
Die Ehrendamen haben sichtlich Spass am Eidgenössischen.
Dieser Jungschwinger hat auf der einen Kopfhälfte das Zuger Wappen als Haarschnitt...
... auf der anderen Seite trägt er eine Edelweiss-Blüte auf dem Kopf.
Der OK-Präsident Heinz Tännler (rechts) beim Anzapfen des ersten Bierfasses im Rahmen der offiziellen Eröffnung der Schwingergasse am Esaf.

Lang lebe der König: Christian Stucki wird gekrönt.

Keystone

Die Arena in Zug fasste 56'500 Zuschauerinnen und Zuschauer, das Budget des Anlasses betrug 37 Millionen Franken; deutlich grösser und höher als drei Jahre zuvor in Estavayer. Das «Eidgenössische» wird immer gigantischer. Was bedeutet das für den Grossanlass 2022?

Wir wollen Zug nicht kopieren und in einen Wettbewerb um die Grösse der Veranstaltung treten. Von den räumlichen Verhältnissen her wird es nicht möglich sein, in Pratteln die gleich grosse Arena aufzubauen wie in Zug. Wir richten uns nach dem Modell «Frauenfeld 2010», wo die Arena gut 47'000 Zuschauenden Platz geboten hat. Zur Höhe des Budgets kann ich noch nichts sagen.

Nach ersten Schätzungen wurden in Zug über 400'000 Besuchende gezählt. Welche Massnahmen sind im Baselbiet erforderlich für eine Menschenmenge dieser Grössenordnung?

Auch hier können wir das «Eidgenössische» in Pratteln nicht mit dem vergangenen vergleichen. Zug ist viel zentraler gelegen, ein wesentlicher Punkt. Auch wurde der Weg vom Stadtzentrum zum Festgelände bewusst voll ausgenutzt mit vielen Angeboten, die ebenfalls andere Interessengruppen ansprachen. Es ist nicht unsere Absicht, derart viele Leute nach Pratteln zu locken. Sicher werden wir aber darauf hinwirken, dass – wie in Zug – möglichst viele Schwingfans mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu uns fahren.

Sie sind als Geschäftsführer des ESAF 2022 für die Gesamtkoordination verantwortlich. Welches sind Ihre wichtigsten Aufgaben?

Sehr bedeutend ist das Timing, damit alles bis zum Schluss stimmt. Schwergewichtig ist natürlich auch, die Finanzierung sicherzustellen. Dies wird mich bis zum Festbeginn begleiten.

In welchem Stadium befinden sich die Vorbereitungen?

Ende Juli endete die Strategiephase. Die einzelnen Ressort- und Abteilungsleiter machten sich Gedanken, wie sie ihr Thema umsetzen wollen. Mit ihnen sind wir ganz bewusst nach Zug gefahren. So konnten sie vor Ort eruieren, ob ihre Ideen umsetzbar sind. Bestimmt müssen wir nun gewisse Korrekturen anbringen. Danach werden die Konzepte niedergeschrieben.

Sie arbeiten seit bald eineinhalb Jahren eng mit OK-Präsident und Regierungsrat Thomas Weber zusammen. Wie oft tauschen Sie sich aus?

Wir stehen sehr oft in Kontakt und tauschen uns fast täglich aus.

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