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Vier Jahre lang will die SBB diese Brücke sperren – ein Politiker sagt: So nicht!

Die Verbindungsbrücke zwischen Muttenz und dem Hardwald ist baufällig. Die SBB haben aber nicht vor, während der langen Sanierungszeit ein Provisorium zu erstellen. Das findet ein Birsfelder Landrat nicht in Ordnung.

Benjamin Wieland
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Die 1963 erstellte Verbindungsbrücke zwischen Muttenz und dem Hardwald muss saniert werden. Ein Ersatz ist bislang nicht vorgesehen.

Die 1963 erstellte Verbindungsbrücke zwischen Muttenz und dem Hardwald muss saniert werden. Ein Ersatz ist bislang nicht vorgesehen.

bwi

Geht es nach den Plänen der SBB, so wird ein grosses Gebiet von Muttenz vier Jahre lang vom übrigen Gemeindegebiet abgeschnitten sein. Grund ist, dass die SBB die Verbindungsbrücke zwischen Muttenz und dem Hardwald von 2022 bis 2026 sanieren wollen, ohne jedoch Ersatz zu schaffen.

Die Politik vor Ort ist gar nicht erfreut über die Pläne. Der Birsfelder CVP-Landrat Simon Oberbeck kündigt einen Vorstoss an, in dem er die Baselbieter Regierung unter anderem dazu auffordert, sich für ein Provisorium einzusetzen - denn: Nördlich der Eisenbahngleise befänden sich wichtige Einrichtungen. «Eine fast vierjährige Sperrung würde den Jugendlichen das Erreichen des Robinsonspielplatzes praktisch verunmöglichen», schreibt Oberbeck. Im schlimmsten Fall müsse der Platz schliessen.

Auch Ausflügler und Sportler nutzen die Brücke

Viele weitere Einrichtungen wären vom Unterbruch betroffen, befürchtet Oberbeck, so etwa Tennisplätze und Familiengärten. Nicht zuletzt dient die Brücke, die zwischen Strafjustizzentrum und FHNW über die Gleise führt, Spaziergängerinnen, Hundebesitzern und Velofahrern als Übergang zum Hardwald. Die Verbindung ist laut Oberbeck für den Langsamverkehr unabdingbar. Das Plangenehmigungsverfahren ist angelaufen, der Kanton hat drei Monate Zeit, Stellung zu beziehen.

Oberbeck schlägt vor, dass ein allfälliges Provisorium aus einheimischem Holz zu erstellen sei – und dass sich der Regierungsrat generell Gedanken dazu macht, wie Muttenz und Birsfelden besser miteinander verbunden werden können.

Laut Oberbeck haben alle Landratsmitglieder aus dem Wahlkreis Muttenz-Birsfelden die Interpellation unterzeichnet.