Gemeindewahlen Baselland
Mitteparteien haben es schwer im Kanton Baselland

Die Mitteparteien verlieren im Baselbiet an Sitzen bei den Gemeindewahlen. Die jungen Parteien BDP und GLP sind in einen regelrechten Abwärtsstrudel geraten. Dies wird von den Mutterparteien mit Sorge zur Kenntnis genommen.

Daniel Ballmer
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Wahlen im Baselbiet: Nicht zur Freude der Mitteparteien

Wahlen im Baselbiet: Nicht zur Freude der Mitteparteien

Keystone

Es grenzt an Schönfärberei. Für die BDP seien die Gemeindewahlen «mehr oder weniger erfolgreich» verlaufen, bilanzierte die Baselbieter BDP-Präsidentin Marie-Therese Müller am Sonntagabend. Etwas anders sieht man das bei der Mutterpartei: «Wir sind zwischen den Polparteien regelrecht aufgerieben worden», kommentiert Martin Landolt. Für den Präsidenten der BDP Schweiz «gibt es da nichts schönzureden».

Tatsächlich: Während SVP und FDP wie bereits bei den Landratswahlen vor einem Jahr stark zulegen konnten, gerieten die Einwohnerratswahlen in Allschwil, Binningen, Liestal, Pratteln und Reinach für die Mitte-Parteien zum eigentlichen Debakel. Die BDP verlor unter dem Strich drei ihrer bisher sechs Sitze in den Legislativen der grossen Baselbieter Gemeinden. Die Grünliberalen konnten nur fünf ihrer zehn Mandate halten. Und auch CVP sowie EVP mussten Federn lassen.

Vor wenigen Jahren noch als Bewegung wahrgenommen, verabschieden sich BDP und Grünliberale im Baselbiet immer mehr in die Bedeutungslosigkeit. «Beide Parteien sind in einen Abwärtsstrudel geraten», sagt Landolt. «Wir müssen nun intensiv nach Antworten suchen.» Bereits nach den Landratswahlen hatte der BDP-Chef das Gespräch mit der Kantonalpartei gesucht. Damals sprach er von einer wahren Katastrophe, bei der die Partei drei von vier Landratssitzen und mehr als 40 Prozent der Stimmen verloren hatte. Noch aber scheinen die Gespräche nicht gefruchtet zu haben.

Nie in Schwung gekommen

Wenig begeistert über die Baselbieter Wahlresultate zeigt sich auch Martin Bäumle: «Nach der happigen Niederlage bei den nationalen Wahlen im Herbst hatten wir eigentlich gehofft, dass es nun wieder aufwärtsgeht», sagt der Präsident der Grünliberalen Schweiz. Nach der Anfangseuphorie ist die Partei mittlerweile aber etwas aus dem Tritt geraten.

Von einem nationalen Trend will Bäumle jedoch nicht sprechen. Etwa im Kanton Thurgau sei am Sonntag auch ein Erfolg zu verzeichnen gewesen. In Baselland dagegen ist die Partei nie wirklich in Schwung gekommen. Wegen interner Querelen kam es in den Gründerjahren immer wieder zu personellen Wechseln, was den Schwung hemmte. «Und natürlich bereitet uns diese Niederlage Sorge», sagt Bäumle. Es gelte die Situation nun zu analysieren – ohne hyperaktiv zu werden. «Wir müssen selbstkritisch bleiben, aber vorwärtsschauen.»

Noch hätten es wohl beide Jungparteien nicht geschafft, als echtes Fundament eine genügend breite Basiswählerschaft zu erreichen, sagt BDP-Präsident Landolt. «Bis heute konnten wir den Wählern nicht genügend aufzeigen, wofür wir eigentlich stehen.» Auch müsse gerade die Baselbieter BDP in den Gemeinden präsenter werden. Ihre Mitglieder müssten sich noch mehr bei konkreten Sachfragen engagieren, welche die Bevölkerung beschäftigen. «Wir müssen schlicht mehr wahrgenommen werden», sagt Landolt. «Aber dieser Aufruf ist natürlich auch nicht neu.»

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