Fasnacht in Allschwil
«Mir schtopfe d Löcher» –Baustellen und Regierung unter Beschuss

Die Wahl des alten Gemeindepräsidenten in die Regierung liefert den Fasnächtlern eine Steilvorlage. So steht vor allem Anton Lauber in diesem Jahr unter Beschuss, unter dem Motto «Mir schtopfe d Löcher».

Thomas Immoos
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Selbst die Gränzwaggis als Pizzabäcker sind in Allschwil durch und durch politisiert. Sie sagen zum neuen Finanzdirektor: «Ciao ciao Antonio.» Fotos: Nicole Nars-Zimmer

Selbst die Gränzwaggis als Pizzabäcker sind in Allschwil durch und durch politisiert. Sie sagen zum neuen Finanzdirektor: «Ciao ciao Antonio.» Fotos: Nicole Nars-Zimmer

Den Allschwiler Fasnächtlern fehlt es nie an lokalen Sujets, so auch dieses Jahr – im Jahr eins nach der Wahl des langjährigen Preesi Anton Lauber in den Regierungsrat. Bei der Central Clique etwa trat er im Narrenkostüm auf und verteilte Mimosen. Bei den Brüel-Waggis war dazu zu lesen:

D Ära Lauber isch jetzt Schluss, und zrugg blibt nur e hohli Nuss.

Gemeint ist damit aber nicht etwa Nicole Nüssli, die in Allschwil auf den Dorfkönig Lauber folgt und deshalb – ihrem «ledigen» Namen zufolge – als Dorfkaiserin amten darf. Von einem anderen Wagen winkte sie würdevoll ins Publikum hinunter. Der Wahlkampf um Laubers freien Sitz im Gemeinderat war natürlich ebenfalls ein gefundenes Fressen. Dass mit Franz Vogt ein Landwirt gewonnen hat, sieht die Chruggagger-Cliique mit gemischten Gefühlen:

Dr Trend isch klar und niemer lacht, d Buure sin in Allschwil
wider an dr Macht.

Bei den lokalen Themen beschäftigten die vielen Baustellen und -vorhaben die Cliquen. So wählte die Privilegierte Schwellemer das Motto: «Mir schtopfe d Löcher», weil Schulhaus- und andere Bauten die Gemeindekasse arg in Mitleidenschaft ziehen. Die Bauerei und das Wachstum der Gemeinde bereitet den Fasnächtlern natürlich auch Sorgen: So beklagen die Dorfrünzlä fehlenden Parkraum, haben sie doch festgestellt:

Leider sin die Parkplätz alli bsetzt, und mir fühle uns e bitzeli umeghetzt.

Wie hier Abhilfe geschafft werden könnte, dafür hat Jugendland einen Vorschlag – eine U-Bahn für Schwellheim, sprich: Allschwil. Keine Illusionen verbinden damit die Rätschbäse, die schon jetzt wissen, dass diese Metro ein Flop wird. Aber auch der Ausbau der Tramlinie mit der Kap-Haltestelle findet bei ihnen keine Sympathie, denn:

E Kap-Haltstelle wirds wohl gäh,
damit die Blinde und Alte nid mien s’Taxi näh.

Bei den überlokalen Themen wurden unter anderem die BVB, vor allem deren Führung aufs Korn genommen: Die Nachwuchs-Waggis, deren Wagen als Abhör-Satellit am Umzug mitfuhr, bekennten unverblümt:

Bevor du’s überhaupt hesch
kapiert, bisch bi uns scho
regischtriert.

Etwas weniger weit blicken die Dahlischnägge, welche die Schulreform Harmos thematisiert haben: «E keine tuets so richtig kenne, doch Harmos tuet mes hütte nenne.» Dazu fragen sie:

Wird’s denn bessere mit eme neue Regierigsrot? Mir glaube’s nid, es isch scho zspoot...!»

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