«Mister Wirtschaftsoffensive»
Marc-André Giger inspiriert nun offiziell das Baselbiet

Marc-André Giger wird nach seiner Mandats-Verlängerung vom interimistischen zum definitiv Projektleiter ernannt. Fünf Monate lang hatte er Zeit, die Baselbieter Wirtschaftsoffensive ins Rollen zu bringen. Er sieht für den Kanton viel Potenzial.

Bojan Stula
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«Mister Wirtschaftsoffensive»: Marc-André Giger.

«Mister Wirtschaftsoffensive»: Marc-André Giger.

Keystone

Fünf Monate hatte Marc-André Giger Zeit, die Baselbieter Wirtschaftsoffensive ins Rollen zu bringen. Das, was er und seine Mitverfasserin Aline Stoll in einem 25-seitigen Schlussbericht zuhanden der Regierung an Erkenntnissen und Empfehlungen vorlegen, kann er auch in einem Satz zusammenfassen: «Es liegt noch viel drin im Kanton Baselland.» Giger sagt dies mit so viel Feuer, dass man ihm solche Aussagen blindlings abkauft.

Es ist dieser Enthusiasmus gepaart mit geballtem Fachwissen, welcher die Regierung dazu bewogen hat, das Mandat mit Giger um ein Jahr zu verlängern und aus dem interimistischen Projektleiter definitiv den «Mister Wirtschaftsoffensive» zu machen.

Selbst wenn es andere Bewerber um den Posten gegeben hätte, was laut Baudirektorin Sabine Pegoraro nicht der Fall war, hätte es schon ein echtes Schwergewicht sein müssen, das dem Direktor von PricewaterhouseCoopers (PWC) und früheren Swiss-Olympic-CEO den Rang hätte streitig machen können.

In unzähligen Gesprächen und Ortsterminen hat der 52-jährige Liestaler seit Februar Grundlagenforschung betrieben, um herauszufinden, welche Bausteine es braucht, damit Baselland endlich den Widerspruch zwischen überdurchschnittlicher Standortattraktivität und unterdurchschnittlichem Steuerertrag von juristischen Personen auflösen kann.

Die gemeinsam mit sieben Teilprojektgruppen aus der Verwaltung erarbeiteten Instrumente reichen nun von einer Arealdatenbank mit verfügbaren Wirtschaftszonen bis zu einem neuen Steuerleitfaden für Unternehmen. Alle dienen denselben Zielen: Baselland für Investoren anziehender zu machen und Hürden bei der Firmenansiedlung aus dem Weg zu räumen.

«Wir haben das Fundament gelegt. Nicht mehr, aber auch nicht weniger», bilanziert Giger jetzt nach Abschluss der sogenannten «Übergangsphase». Ab sofort bis Sommer 2014 startet die eigentliche Wirtschaftsoffensive.

Andere werfen an dieser Stelle ein, dass Baselland gegenüber anderen Kantonen mit erfolgreicher Wirtschaftsförderung wie Zug und Schaffhausen noch immer weit im Hintertreffen liegt. Dem widerspricht Giger nicht, doch weist er darauf hin, dass Stoll und er im Februar quasi auf einem leeren Blatt Papier anfangen mussten. «Es ist nie zu spät für erfolgreiche Wirtschaftsentwicklung.»

Das internationale Investitions-Umfeld sei günstig, wie er aus eigener Arbeitserfahrung mit PWC weiss, einem der weltweit grössten Anbieter für Wirtschaftsprüfung und Unternehmensberatung.

Investiert werde dort, wo bereits Cluster bestehen, und da hat die Region Basel als Hochschulstandort und innovatives Pharma- und Life-Sciences-Zentrum enorme Vorteile. Kantonsspezifisch sprechen fürs Baselbiet die hervorragenden Verkehrsverbindungen, die gute Wohnsituation, ein reiches Kultur- und Sportangebot sowie, im Gegensatz zur Stadt, die noch verfügbaren Industrieflächen.

Ab sofort steht für Giger im Vordergrund, die neu geschaffene Marke «Baselland – Inspiration for Business» in die Welt hinauszutragen und, genauso wichtig, «den Geist für die Wirtschaftsoffensive in die Verwaltung zu tragen». Schliesslich soll im Sommer 2014 Gigers inneres Feuer noch genauso brennen wie jetzt.

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