Liestal
Psychiatrie Baselland: Weiterer Mosaikstein in der 100 Millionen Franken teuren Modernisierung

Die Psychiatrie Baselland (PBL) plant auf ihrem Campus in Liestal einen Neubau für psychisch beeinträchtigte Menschen. Ein Architekturwettbewerb wurde eben gestartet. 2025 soll die PBL endgültig aus dem ehemaligen kantonalen Altersheim ausziehen.

Hans-Martin Jermann
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Auch das 1974 erstellte Klinikgebäude der Psychiatrie Baselland wird in einem nächsten Schritt saniert.

Auch das 1974 erstellte Klinikgebäude der Psychiatrie Baselland wird in einem nächsten Schritt saniert.

Bild: Martin Toengi

Mit einem weiteren Bauprojekt treibt die Psychiatrie Baselland (PBL) die Modernisierung und Zentralisierung ihrer Einheiten voran: Für 15,3 Millionen Franken plant die PBL am unteren Ende ihres Areals an der Liestaler Wiedenhubstrasse einen Neubau für kognitiv, psychisch und mehrfach beeinträchtigte Menschen.

Sanierung des Klinikgebäudes steht ebenfalls noch an

Daneben laufen die Arbeiten an einem Neubau für die Krisenintervention sowie für die Alterspsychiatrie. Der Spatenstich auf dem PBL-Campus erfolgte im vergangenen September, 2023 soll das 66-Millionen-Franken-Projekt fertiggestellt sein. Bereits im Januar 2021 bezog die PBL den 12 Millionen Franken teuren Neubau der Jugendpsychiatrie, ebenfalls auf ihrem Campus. Total beläuft sich das Investitionsvolumen in die Erneuerung der Infrastruktur auf rund 100 Millionen. Hinzu kommt die anstehende Sanierung des Klinikgebäudes aus dem Jahr 1974. Laut PBL-CEO Barbara Schunk handelt es sich bei allen neuen Liegenschaften um Ersatzbauten.

«Wir erhöhen unsere Bettenzahl oder sonstigen Kapazitäten nicht»,

sagt Schunk. Unter dem Namen Inclusioplus führt die PBL heute im Gebäude des ehemaligen kantonalen Altersheims an der Rheinstrasse in Liestal sowie einem Aussenstandort in Niederdorf Wohngruppen für beeinträchtigte Menschen. Diese Häuser und Räume seien allerdings sanierungsbedürftig und genügten heutigen Anforderungen nicht mehr, sagt Schunk. «Wir brauchen aber eine moderne Infrastruktur, die auf die besonderen Bedürfnisse unserer Klientinnen und Klienten mit teils hohem Hilfebedarf ausgerichtet ist.» Im denkmalgeschützten Gebäudekomplex des ehemaligen Altersheims und vormaligen Kantonsspitals aus dem späten 19. Jahrhundert ist derzeit auch noch die Alterspsychiatrie und ein Ambulatorium untergebracht. Ziehen zuerst diese Betriebseinheiten und später – vorgesehen ist 2025 – dann die Wohnheime von Inclusioplus aus, so kann das Gebäude an den Kanton zurückgegeben werden.

Zwei verschiedene Klientel unter dem Dach der Psychiatrie Baselland

Dass der Neubau für den Wohnbereich von Inclusioplus nun auf dem Campus der PBL errichtet wird, sei an sich nicht zwingend notwendig gewesen. «Schliesslich sind die psychisch erkrankten Patientinnen und Patienten und die beeinträchtigten Menschen, die von Inclusioplus begleitet werden, nicht dieselbe Klientel. Psychisch erkrankte Menschen werden medizinisch behandelt. Für die Klientinnen und Klienten von Inclusioplus werden Lebens- und Arbeitsmöglichkeiten angeboten. Man habe daher zunächst nach anderen Grundstücken im Kanton Ausschau gehalten: «Doch nach eingehender Prüfung zogen wir das Fazit: ‹Weshalb woanders bauen, wenn wir auf unserem Grundstück in Liestal noch über freie Flächen verfügen?›»

«Wir brauchen eine moderne Infrastruktur, die auf die besonderen Bedürfnisse unserer Klienten mit teils hohem Hilfebedarf ausgerichtet ist», sagt PBL-Chefin Barbara Schunk.

«Wir brauchen eine moderne Infrastruktur, die auf die besonderen Bedürfnisse unserer Klienten mit teils hohem Hilfebedarf ausgerichtet ist», sagt PBL-Chefin Barbara Schunk.

Bild: Kenneth Nars

An diesem Standort könnten Integration und Teilhabe hervorragend realisiert werden, sagt Schunk. So könnten etwa beeinträchtigte Personen, die in der Gärtnerei, im Service oder in der Hausreinigung der PBL tätig sind, in der Nähe ihres Arbeitsplatzes leben und diesen zu Fuss erreichen. Der Architekturwettbewerb läuft bis am 24. November. Dieser ist vom Verwaltungsrat der PBL bereits abgesegnet. Ein Entscheid zum Baukredit über die geschätzten 15,3 Millionen steht indes noch aus.

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