Kommentar
Die SVP macht es sich zu einfach

Die kantonale und regionale Sektion der Volkspartei äussern sich nicht zu den irritierenden Aussagen von Sebastian Rastberger. Dabei wäre es für die Mutterpartei angebracht, Stellung zum SVP-Lokalpolitiker zu beziehen.

Dimitri Hofer
Dimitri Hofer
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In Hochwald im Schwarzbubenland kommt es nach Jahrzehnten wieder zu einer Kampfwahl um das Gemeindepräsidium.

In Hochwald im Schwarzbubenland kommt es nach Jahrzehnten wieder zu einer Kampfwahl um das Gemeindepräsidium.

Nicole Nars-Zimmer

Der SVP-Kommunalpolitiker Sebastian Rastberger aus Hochwald sorgt mit seiner Website für Aufsehen. Der Kandidat für das Gemeindepräsidium irritiert. Seine Forderung nach Religion als Pflichtfach für alle oder seine Aussage, dass nur Christen und Kriminelle politisch verfolgt würden, verlangen nach Erklärungen.

Diese bleiben der Autor wie auch seine Partei schuldig. Rastberger, der die Ortspartei SVP Dorneckberg mitgegründet hat und präsidiert, will sich nicht zum Hintergrund seiner Worte äussern. Was ihn dazu bewogen hat, sich im Internet derart zu artikulieren, oder ob es sich vielleicht um missverständliche Formulierungen handelt, bleibt im Dunkeln.

Meinungsfreiheit, Eigenverantwortung der Ortspartei sowie sogar das eigene Unwissen über den Kandidaten: Darauf berufen sich wiederum Christian Imark und Sibylle Jeker, um keine Stellung zu den brisanten Aussagen beziehen zu müssen. Damit machen es sich der Präsident der SVP Solothurn und die Präsidentin der SVP Schwarzbubenland allzu einfach.

Lokale Politiker tragen den Namen und die Werte ihrer Partei in die Kommunen. Zwar bekundet die SVP im Schwarzbubenland oft Mühe, willige Kandidierende für Exekutivämter zu finden. Sie muss, überspitzt gesagt, froh sein, wenn sich jemand zur Verfügung stellt. Trotzdem sollte sie öffentlich eingestehen, wenn eines ihrer Schäfchen verbal daneben gegriffen hat.

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