Klarer Entscheid
Tenniker Gemeindeversammlung sagt deutlich Ja zur Grünerhaltung des Chilchacher

Die Pfarrmatte in Tenniken wird nicht überbaut. Die Versammlung hat eine entsprechende Mutation des Zonenplans abgesegnet.

Simon Tschopp Jetzt kommentieren
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Klares Resultat nach der geheimen Abstimmung.

Klares Resultat nach der geheimen Abstimmung.

Simon Tschopp

92 Ja, 4 Nein, 1 Enthaltung: Überaus klar ist das Resultat, mit dem über die Zukunft des gut 11'000 Quadratmeter grossen Chilchacher im Eigentum der Stiftung Kirchengut Baselland entschieden worden ist. Applaus in der vollbesetzten Turnhalle Seematt in Tenniken. Die Abstimmung erfolgt geheim, weil sich über einen Viertel der Anwesenden dafür ausgesprochen hat.

«Die Gefahr einer Entschädigungsforderung ist klein»

Wegen der fast einhelligen Meinung des Souveräns blieb an der Gemeindeversammlung vom Dienstagabend eine Diskussion aus. Denn das Chilchacher-Komitee, das sich gegen eine Überbauung vehement gewehrt hat, trägt den Antrag des Gemeinderats mit. Dieser empfahl, die Parzelle in der Zone für öffentliche Werke und Anlagen zu belassen mit der neuen Zweckbestimmung «Grün- und Freizeitanlage, Hochwasserschutz». Ursprünglich hatte die Exekutive in diesem Gebiet eine Zone mit Quartierplanpflicht vorgesehen, kam danach angesichts der starken Opposition im Dorf aber davon ab. Während der Versammlung sagt Gemeindepräsidentin Sandra Bätscher:

«Der Chilchacher soll nicht bebaut werden.»

Mit dieser Zonenplanmutation wird später zudem eine Offenlegung des Buelzbächli möglich.

Bei der Kontroverse um den Chilchacher stand auch die Entschädigungsfrage immer wieder im Mittelpunkt. Jacques Butz, der Rechtsvertreter der Gemeinde Tenniken, glaubt, dass mit dieser Lösung «die Gefahr einer Entschädigungsforderung klein ist». Die Eigentümerin könne die Mutation zwar theoretisch anfechten, die Chancen auf Erfolg seien jedoch gering. Butz betont:

«Die geänderte Zweckbestimmung ist gerechtfertigt, weil sie im Interesse des Dorfs ist. Die Gemeinde braucht das Grundstück für den Hochwasserschutz.»

Nach teils heftigen Auseinandersetzungen zeigt sich Kaspar Geiger vom Chilchacher-Komitee erleichtert und resümiert: «Wir waren stur, die Behörde musste sich bewegen und tat dies.» Dieser Weg sei «top», ihr Komitee «voll zufrieden». Und Geiger weiter:

«Ich muss dem Gemeinderat ein Kompliment aussprechen, grossartig.»

Sandra Bätscher, die auf Mitte Jahr als Gemeindepräsidentin zurücktritt, muss ein Stein vom Herzen gefallen sein. «Nach sechs Jahren Arbeit haben wir diese nun erfolgreich abgeschlossen.»

Grundstückeigentümerin «überprüft» vorerst

Die Eigentümerin des Chilchacher beantragte letzten Juni dem Gemeinderat, das Grundstück in eine Wohn- und Geschäftszone zu überführen, um dort im Baurecht eine Überbauung zu realisieren. Der Verwalter der Stiftung Kirchengut Baselland, Martin Innerbichler, hat am Mittwoch den Beschluss der Tenniker Gemeindeversammlung erst auf inoffiziellem Weg erfahren und direkt von der Gemeinde noch keine Mitteilung erhalten. Ihr Stiftungsrat wolle zuerst das detaillierte Protokoll studieren. Innerbichler erklärt:

«Danach überprüft er, wie er laut Dekret über die Stiftung Kirchengut und gemäss Stiftungszweck handeln wird.»

Die Fondation Franz Weber, die das Chilchacher-Komitee in seinem Kampf gegen eine Überbauung der Pfarrmatte unterstützt hat, «freut sich» über den Versammlungsentscheid.

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