Oberdorf
Kinder tanzen in Oberdorf eine Traumwelt

Das Bühnenbild steht, der Vorhang ist noch geschlossen. Kein Wunder, es ist dies die erste Probe zum Stück «Ein Wintertraum» auf der Bühne der Mehrzweckhalle in Oberdorf. Insgesamt spielen und tanzen Hundert Kinder mit. Seit den Sommerferien wurde jeden Samstag intensiv geübt.

Seraina Degen
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Es braucht viel Arbeit, bis «Ein Wintertraum» scheinbar spielerisch leicht über die Bühne geht.

Es braucht viel Arbeit, bis «Ein Wintertraum» scheinbar spielerisch leicht über die Bühne geht.

Seraina Degen

An diesem Abend versammeln sich neun Mädchen um die Ballettlehrerin Marina Amiet und hören ihr andächtig zu. Sie erklärt den Ablauf der nachfolgenden Szene. Die Mädchen stellen sich in eine Diagonale, die Musik ertönt und Marina Amiet ist in ihrem Element. «Die rechte Schulter nach hinten. Kinn hoch. Und weiter, eins und zwei.»

Inspiration durch Musik

Seit acht Jahren betreibt Marina Amiet in Oberdorf ihre Ballettschule. «Ein Wintertraum» ist die vierte grosse Aufführung der ausgebildeten Ballettlehrerin. Das Entwickeln neuer Ideen sei ein stetiger Prozess: «Ich gehe stets mit offenen Ohren und Augen durch den Alltag.» Der Einfall zur diesjährigen Geschichte kam ihr aufgrund eines Kinderbuches. «Das stand schon lange in meinem Büchergestell. Das Ballett ist aber nur in den Grundzügen an den Inhalt des Buches angelehnt», betont sie. Eine grosse Inspirationsquelle ist für sie die klassische Musik: «Beim Musikhören habe ich immer die besten Eingebungen.»

Anfangs Jahr begannen die Vorbereitungen für die Aufführungen am kommenden Wochenende. Nachdem die Story geschrieben war, machte sich Marina Amiet im Frühling an das Gestalten der Choreografie. Dabei ist ihr die gesammelte Erfahrung der letzten Aufführungen eine grosse Hilfe. Auch die Routine der Kinder hilft.

Rund 50 Helfer

Die neunjährige Jara tanzt zum dritten Mal mit. «Dieses Jahr bin ich eine Elfe und eine Schlittschuhläuferin», sagt sie stolz. Und ihre Tanzkollegin Noemie ergänzt: «Die Proben waren zwar anstrengend, aber toll.» Bis zur Aufführung werde die Nervosität sicher noch steigen, sind sie überzeugt. Nervös braucht die zwölfjährige Irina bei ihrer vierten Teilnahme nicht mehr zu sein, Sie ist zudem die Einzige, welche auf Spitzen tanzt: «Es ist schon speziell, eine grössere Rolle zu haben. Ich muss mehr Verantwortung übernehmen, aber die Proben sind bis jetzt einwandfrei verlaufen.»

«Im Hintergrund wirken rund fünfzig Helfer mit», rechnet Amiet vor und betont zugleich, wie dankbar sie das mache. Mit Deborah Tschudin hat sie ausserdem eine eifrige und gekonnte Näherin an ihrer Seite. 130 Kostüme hat diese entworfen und genäht. Bei diesem Oberdörfer Wintermärchen wird mit viel Liebe zum Detail gearbeitet und nichts dem Zufall überlassen. «Die Begeisterung der Kinder ist der Motor, der mich antreibt», sagt Amiet, welche nie den Überblick verliert und alle Zügel in den Händen hält.

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