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In Breitenbach eröffnet ein neues Corona-Impfzentrum – aber nur für Solothurner

Nach den beiden im Baselbiet und demjenigen in Basel erhält nun auch das Schwarzbubenland ein eigenes Impfzentrum. In Breitenbach dürfen sich jedoch nur Solothurnerinnen und Solothurner impfen lassen. Einwohner aus den Baselbieter Nachbardörfern haben das Nachsehen und müssen lange Wege auf sich nehmen.

Dimitri Hofer
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Im Griensaal in Breitenbach wird bald gegen Corona geimpft.

Im Griensaal in Breitenbach wird bald gegen Corona geimpft.

Martin Töngi / BLZ Archiv

Wollten sich Menschen aus dem Kanton Solothurn bisher in einem Impfzentrum gegen das Coronavirus impfen lassen, mussten sie dafür in die Kantonshauptstadt Solothurn reisen. Ab kommendem Montag verkürzen sich mit der Eröffnung zweier zusätzlicher Impfzentren bei vielen die Anfahrtswege. In der Stadthalle in Olten und diesseits des Passwangs im Griensaal in Breitenbach nehmen weitere Zentren den Betrieb auf.

Die Schwarzbuben können sich damit bald auf dieser Seite des Juras impfen lassen. Da es jedoch in der Schweiz nur möglich ist, einen Impftermin in einem Zentrum im eigenen Wohnkanton zu erhalten, wird es zu kuriosen Situationen kommen. Vor allem im Grenzgebiet der beiden Kantone Solothurn und Baselland schaut manch einer in die Röhre: Ein Einwohner von Dornach muss ins weiter entfernte Breitenbach anstatt ins Baselbieter Impfzentrum nach Muttenz oder in das von Basel-Stadt in der Messehalle.

Einwohner aus Brislach und Laufen schauen in die Röhre

Besonders krass gestaltet sich die Lage für Personen, die in den beiden Baselbieter Nachbargemeinden von Breitenbach wohnen. Ein Brislacher und eine Laufnerin erhalten im Impfzentrum im Solothurnischen Nachbarort keinen Termin.

«Da der Bund die vorhandenen Impfdosen anhand der jeweiligen Bevölkerung an die Kantone verteilt und der Impfstoff momentan sehr knapp ist, ist es derzeit nicht möglich, dass jemand aus dem Baselbiet sich im Zentrum in Breitenbach impfen lassen kann»,

sagt Peter Eberhard, Leiter des Solothurner Gesundheitsamts. Öffnet das Zentrum am Montag in Breitenbach, werden sich zunächst rund 100 Personen pro Tag gegen das Coronavirus impfen lassen können. Grundsätzlich hätte man im Thiersteiner Hauptort Kapazitäten für täglich etwa 400 Menschen. «Aber auch wir leiden unter Impfstoff-Lieferengpässen», erklärt Eberhard. Bisher haben in Breitenbach rund 800 Personen einen Impftermin erhalten, den sie ab kommender Woche in Anspruch nehmen.

Als Standort für ein Impfzentrum habe sich der Kanton Solothurn für Breitenbach entschieden, da sich dort die «Anfahrtswege für viele im Rahmen halten und Infrastruktur vorhanden ist». Aber letztlich handle es sich bei einem solchen Standort immer um einen Kompromiss, betont Peter Eberhard. «Sobald mehr Impfstoff vorhanden ist, sollen Impfungen zusätzlich in den Hausarztpraxen angeboten werden.»

Wegen der Lieferschwierigkeiten beim Impfstoff sind im ganzen Kanton Solothurn derzeit alle Impftermine ausgebucht. Für eine Impfung kann man sich aber online anmelden und erhält automatisch einen Termin, sobald neue Impfdosen verfügbar sind. Im Solothurnischen werden derzeit Personen über 75 Jahre sowie Hochrisikopatienten geimpft.

«Wer eine Impfung braucht, nimmt die Anfahrt in Kauf»

Auch im Baselbiet gibt es Menschen, die für einen Gang in die beiden Impfzentren in Muttenz und in Lausen längere Wege auf sich nehmen müssen. «Wir haben bisher keine negativen Reaktionen erhalten. Wenn die Menschen eine Impfung möchten, nehmen sie die Anfahrt auch in Kauf», sagt Roman Häring, Sprecher des Baselbieter Krisenstabs. Zwischen dem Baselbieter Gesundheitsdirektor Thomas Weber und seiner Solothurner Amtskollegin Susanne Schaffner hätten Gespräche über die Standorte der Impfzentren in den beiden Kantonen stattgefunden.

Die Möglichkeit, sich im Nachbarkanton impfen lassen zu können, musste während der Gespräche vorerst über Bord geworfen werden. Doch wer weiss: Wenn in einigen Wochen mehr Impfstoff vorhanden ist, kommt ein kantonsübergreifendes Impfen möglicherweise aufs Tapet. Bei den mobilen Teams in den Altersheimen in der Region läuft es übrigens bereits schon so: Da spielt es keine Rolle, in welchem Kanton der Senior zuletzt gewohnt hat.

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