Laufental
Fürs Wasser gibt es Alternativen, für die Deponien nicht

Für Rolf Graf, Präsident des Verbands Bauunternehmer Region Basel, sorgt der schlechte Ruf von Deponien dafür, dass die Diskussion um die Abstimmungsvorlage vom 27.November eher auf Meinungen als auf Fakten basiert. Er wolle diese Vorurteile abbauen und Aushubmaterial «greifbar» machen. Das überparteiliche Komitee der Deponie-Befürworter lud am Dienstag in die teilrenaturierte Kiesgrube Chlingental in Muttenz ein.

Yannette Meshesha
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Sie sprechen sich für neue Aushub-Deponien im Laufental aus (v.l.): Martin Rüegg, Mirko Tozzo, Rolf Graf und Rolf Richterich.

Sie sprechen sich für neue Aushub-Deponien im Laufental aus (v.l.): Martin Rüegg, Mirko Tozzo, Rolf Graf und Rolf Richterich.

zvg

«Es ist nicht unser Dreck. Es ist der Dreck von allen», ruft Graf. Aushub entstehe bei jeder Bautätigkeit, egal ob privat oder öffentlich, also sei jeder einzelne dafür verantwortlich. Er betont, dass Aushubmaterial wenn möglich auf Baustellen verwertet oder aufbereitet werde. Es gebe allerdings einen Rest an Material, der nicht verwertbar sei und daher deponiert werden müsse.

2015 exportierte der Kanton Baselland rund 80 Prozent des unverschmutzten Aushubs ins Ausland. Obwohl das Material laut Graf in Frankreich «zur Wiederauffüllung von Kiesgruben sinnvoll eingesetzt werden» kann, sei nicht garantiert, dass diese Möglichkeit längerfristig bestehe. Der Kanton sei verpflichtet, die umweltgerechte Ablagerung auf Kantonsgebiet sicherzustellen, da der Bedarf mit den derzeit bewilligten Deponien nicht mehr lange gedeckt werden könne.

Systematische Evaluation

SP-Landrat Martin Rüegg spricht sich ebenfalls für die Vorlage aus. Er erklärt, dass die Deponiestandorte in einem systematischen Evaluationsverfahren sorgfältig ausgewählt worden seien. Der Interessenkonflikt mit der Grundwasserschutzzone für zwei Quellen in Zwingen und Blauen sieht Rüegg unproblematisch. «Die Machbarkeitsstudie hat ergeben, dass der Wegfall der beiden Quellen durch erhöhte Förderung zweier Grundwasserpumpwerke in Zwingen und Laufen kompensiert werden kann.» Damit gebe es kein technisches Ausschlusskriterium gegen die Deponien. Die Gemeinden hätten ausserdem ein Mitspracherecht in der Umsetzung.

Einfache Güterabwägung

Der in die Evaluation einbezogene Bauunternehmer Mirko Tozzo versichert: «Der Deponiebetreiber muss von Gesetzes wegen sicherstellen, dass nur zugelassene Materialien eingelagert werden.» Und FDP-Landrat Rolf Richterich spricht von den möglichen Mehreinnahmen für die Gemeinden. Für ihn ist die Richtplananpassung eine Frage der Güterabwägung. Da es für die Wasserversorgung im Gegensatz zu den Deponiestandorten Alternativen gebe, sei für ihn der Fall klar. Er verstehe die Befürchtungen wegen Mehrverkehr und Landschaftseingriffen. «Die Vorteile für die betroffenen Gemeinden überwiegen die befürchteten Nachteile aber bei weitem.» Er stehe für die Richtplananpassung im Laufental ein, erwarte jedoch auch die entsprechenden Anpassungen in der Region Ost, wenn diese Evaluation dann vorliege, sagt der Laufner FDP-Landrat.